Von Wolfgang Lindackers (No.001)
Die Probefahrt des Worldcruisers sollte in Schottland stattfinden. Wir hielten dieses Land für das beste, um den Worldcruiser zu testen. Wir entschieden uns für die Fährverbindung Ijmuiden-Newcastle.
Eigentlich mögen wir Schiffe. Das Einzige das uns stört, ist all das ganze Wasser drumherum. Bei 16 Stunden Überfahrt war eine Kabine für uns Pflicht.

Fähre nach Schottland (Ijmuiden-Newcastle)
In Newcastle angekommen, nahm das Abenteuer seinen Lauf. Der Linksverkehr war für mich kein Problem. Gut!- Die Insulaner sahen das stellenweise etwas anders. Es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Links fahren, rechts überholen und dann plötzlich die Ampel. Naja, gut ist, dass in jeder Farbe ein bisschen grün drin ist…
Über den Hadrians Wall, einer alten Befestigungsanlage der Römer (122-128 erbaut), fuhren wir über Dumfries nach New Galloway.

New Galloway
Abseits von allem Trubel machten wir es uns auf einem der Picknick-Parkplätze bequem. Nach einer kalten Nacht fuhren wir über die Forestways durch das Naturschutzgebiet. Diese Wege aus Schotter durchziehen das gesamte Gebiet und an den schönsten Plätzen sind Parkplätze angelegt.
Für Naturfreunde, besonders Angler, sind diese Gebiete ein Traum.

An jedem schönen Plätzchen...

...finden sich Parkplätze!

Ein Paradies...

...für Angler!
Unser nächstes Ziel war in der Nähe von Kilbirnie. So stand es zumindest im Reiseführer. Durch die kleineren Städte, durch malerische Landschaften, landeten wir am Rande eines Sees für unsere Übernachtung. Einen kritischen Beobachter hatten wir bereits. Im Laufe des Abends stellte sich dieser aber als harmlos heraus.

Kleine Städtchen

Malerische Landschaft

Übernachtungsplatz direkt am See

Diesem kritischen Beobachter schwant wohl etwas...
Über Loch Lomond and the Trossachs Nationalpark fuhren wir über Fort Williams zu einem Geheimtipp von Schottlandreisenden, die wir unterwegs trafen. Irgendwo bei Kentra ist ein wunderschöner Platz. Jau! Wäre die Welt eine Scheibe, so wären wir dort sicher ganz nahe an der Kante. Der Platz war allerdings allererste Sahne, mit viel Natur drum herum.

Zufluss Loch Lomond

Im Trossach-Nationalpark

Der Geheimtipp!

Viel Natur...

...wohin man auch schaut!
So schön es auch war, wir wollten weiter. Eine Runde um die Insel Skye war unser Ziel. Angefangen haben wir in Armdale. Dort besichtigten wir das Donald-Clan-Centre. Die üppigen Parkanlagen und die alten Museumsgebäude waren in traumhaften Zustand.
Als weiteres war es den Besuchern gestattet, die Naturpfade zu bewandern. Müde von der Latscherei, blieben wir gleich auf dem Parkplatz des Museums stehen.

Hier ist es schön - aber wir wollen weiter!

Parkanlage im Donald-Clan-Center

Museumsgebäude im Donald-Clan-Center



Viele Naturpfade wollen erwandert werden!
Bei der Umrundung der Insel Skye bestand ich auf Nebenstraßen. Nur so aus Spaß am Fahren. Dann ist sie da, die Frage „Meinst Du, wir sind richtig?“ „Ja, auf jeden Fall.” (Umdrehen kann man später immer noch)

Wenn schon, dann aber Nebenstraßen!

Ist das auch der richtige Weg?
Die Kilt-Rock Küste ist ein Erlebnis wert. Viele Wasserfälle, beeindruckende Täler und Schafe – zu erkennen an den weißen Punkten. Landschaftlich war die Fahrt sehr abwechslungsreich. Außer Schafen gab es hier auch keine anderen Lebewesen.
Plötzlich, mitten in diesem Nichts mit Schafen, ein Kommunikationsmittel der Neuzeit. Voll funktionstüchtig! Vielleicht wollen Schafe ja auch mal telefonieren?!

Kilt-Rock-Küste

Viele Wasserfälle

Beeindruckende Täler

Die weißen Punkte sind alles Schafe!

Noch mehr Schafe...

Kommunikationsmittel der Neuzeit (im Bild rechts
Überwältigt von diesen Eindrücken wollten wir nun runter von der Insel. Nach einer Übernachtung im Hafen von Kyle of Lochalsh war unser nächstes Ziel Inverness. Schlösser kann man in Schottland besichtigen bis der Arzt kommt. Das Urquart Castle ist auf jeden Fall einen Besuch wert, sieht man es doch immer wieder mal in Filmen wie „Highlander“ oder „James Bond“.



Schlösser sind keine Mangelware in Schottland
Im Reiseführer von den „Viktoria Falls“ gelesen, führte unser Weg uns zu diesem Naturschauspiel. Auf dem Weg dorthin war sie wieder da, die Frage Meinst Du, wir sind richtig?“ „Ja, auf jeden Fall. (Umdrehen kann man später immer noch)“. Aber ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn. Da sind sie ja, die „Victoria Falls“!
Auf der Brücke kann man die besten Fotos machen. Nur zur Erklärung, ihr schaut gerade nach unten. Und wenn ihr jetzt im oberen Bildrand das kleine bisschen Stahl seht, das ist die Brücke von der wir eben sprachen.

Kann das hier richtig sein?

Umdrehen kann man ja immer noch!


Brücke über die Victoria Falls
Auf ging’s nach Inverness. Übrigens: Der Beschilderung sollte man besser genug Aufmerksamkeit schenken. Auch MTs können in Kurven jodeln. In Inverness angekommen, gönnten wir uns auf einem Campingplatz nahe der Stadt zwei Übernachtungen Pause. Inverness wird laut Reiseführer als nördliche Drehscheibe der Highlands beschrieben. Das Stadtleben ist rege und betriebsam. Zum Bummel streift man am Besten die Uferstraßen des River Ness entlang.

Achten Sie auf die Schilder!

Die Innenstadt von Inverness ist rege und betriebsam

Reges Treiben auch an den Uferstraße zum River Ness
Gut ausgeruht und erholt stürzten wir uns erneut auf Schottlands Straßen. Auf die Frage „Schatz, was möchtest Du Dir denn gern ansehen?“ kreuzte wie aus dem Nichts kommend ein Schild unseren Weg. Das musste Fügung sein. Ich als leidenschaftlicher Single Highland Malt-Trinker unterwegs auf dem Freeway des Sprits. Ich könnte stundenlang erzählen, wenn ich mich nur erinnern könnte…
Die Glen Grant Distillerie mit dem weitläufigen Park war ein Highlight. Eine sehr gute Führung durch die Anlage mit anschließendem Drink.

Inspiration



Unterwegs rund um die Glen-Grant-Distillery
Über Macallan und Chivas Regal haben wir den Tag bei Glen Fiddich ausklingen lassen…sssssssss….

MacAllan...

...Chivas Regal...

...Tagesausklang bei Glen Fiddich!
Wieder an der Küste angekommen, suchten wir uns einen Übernachtungsplatz in Portsoy. Leider scheint die Hymer- Fraktion überall in Schottland ihr Unwesen zu treiben, denn mittlerweile sind 70% der im Reiseführer ausgewiesenen Stellplätze für Camper verboten. Gut, dass wir im Worldcruiser auch unten schlafen können. Somit erkennt keiner uns als Wohnmobil und wir können alle Plätze nutzen, ohne aufzufallen.

Übernachtungsplatz in Portsoy
Unsere Weiterfahrt führte uns ins Landesinnere. Entlang der Straßen gibt es immer wieder Möglichkeiten einige Castles zu besichtigen. Die sehr gut gepflegten Parks laden zum Picknick ein. Das Fahren auf Schottischen Straßen macht Laune.
Stets umgeben von einer traumhaften Landschaft, rollten wir Richtung Pitlochry. Ein faszinierendes Wasserkraftwerk an einem Staudamm mit Fischtreppe gab es zu besichtigen.

Weiter geht es ins Landesinnere


Mal wieder ein Schloss…mit einladendem Park

Schottlands Straßen machen einfach Laune!
Im Umfeld von Loch Tummel zogen wir uns dann zu einer Nacht in einem Waldstück zurück. Nach schwerem nächt-lichem Entertainment der Waldbewohner rollten wir zurück zum Trossachs Nationalpark. Nach einer “kurzen” Berg-wanderung wurden wir mit einer herrlichen Aussicht über den Nationalpark belohnt. Der Ausklang des Tages am Ufer des Loch Kathrine war der perfekte Abschluss des Tages.

Nachtplatz in einem Waldstück

Wieder im Trossach Nationalpark...sieht aus wie Modelleisenbahn, oder?


Herrliche Aussichten belohnen den ausdauernden Wanderer!



Tagesausklang am Ufer des Loch Kathrine
Der nächste Tag begann mit leichten Schwierigkeiten das Nachtlager zu verlassen. Und da war sie wieder, die Frage: „Meinst Du, wir sind richtig?“. „Nicht ganz, aus dem Nationalpark sind wir längst raus, aber ich biege gleich ab” und dann: „Ja, wir sind richtig (Umdrehen kann man später immer noch)“.

Wieder Zweifel an der korrekten Navigation?

Ist doch richtig hier, oder?
Unsere Route führte uns nach Edinburgh. Die imposante 2000 m lange Forth-Brücke war sehr beeindruckend. Und wo wir gerade mal dort waren, nutzten wir die Gelegenheit, das unterhalb der Eisenbahnbrücke liegende „Sea-Life-Centre“ zu besuchen. Der 100 m lange Glastunnel, der durch ein riesiges Becken mit allen möglichen Meeresbewohn-ern führt, kann schon was!
Unsere Weiterfahrt brachte uns über die Brücke bis nach North Berwick mit seinem Bass Rock. Hier schlugen wir unser vorletztes Nachtlager auf.

Auf der Brücke über den Forth

Seine Majestät: Bass Rock!

Das vorletzte Nachtlager
Die Küste entlang fiel uns St. Abbs Head National Nature Reserve ins Auge. Ein traumhaftes Gebiet, wo sich viele Arten von Seevögeln niedergelassen haben. Für Besucher sind die Pfade unterschiedlicher Länge (manchmal) gekennzeichnet. Der plötzlich auftretende Nebel und das aus Paddeligkeit vergessene GPS bescherten uns eine vierstündige Wanderung durch diese Waschküche. Und die Sache mit den Seevögel-Gucken war dann auch gestorben. Zurück zum Hadrianswall ließen wir uns Nähe Chester’s Fort zu unserer letzte Übernachtung nieder.

St. Abbs Head

Am Chesters Fort; die letzte Nacht in Schottland
In Newcastle beobachteten wir von der Reeling der Fähre aus das Ablegen. Einige Urlaubseindrücke zogen durch den Kopf. Die Fragezeichen stehen mir buchstäblich auf der Stirn geschrieben und als wenn meine Freundin Gedanken lesen könnte, sagt sie: „Schatz, der Liebe Gott weiß schon, warum er soviel Wasser um dieses Land gemacht hat“.
Aber wir kommen wieder…



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