Regenbogentour durch Marokko


Von Marcus und Asia Nau (No.007a und No.007b)

Man hört immer wieder, dass die Fahrzeuge einer Gruppe möglichst ausgewogen sein sollten. Doch wir ließen es mit unserem HZJ 75 darauf ankommen und bildeten zusammen mit unserem Bekannten und seinem 105er sowie einem Quad und einer Enduro eine Gruppe, die verschiedener nicht sein kann. Auf der Fährpassage Genua-Tanger hatten wir genug Zeit zum Kennenlernen, auch wenn zwei Mitglieder noch mit dem Flugzeug nachreisten.

Die Zollformalitäten hatten wir am Abend bei schönstem Wetter erledigt und waren noch in der Nacht bis nach Marrakech gefahren. Am Morgen werden wir verwöhnt mit Rührei und tollem Wetter. Die letzten Vorbereitungen sind schnell abgeschlossen und die zwei fehlenden Teilnehmer sind zu uns gestoßen. Der kleine Treck aus Quad, Motorrad und 2 LandCruisern setzt sich in Bewegung zum Tizi-n Tichka.

Hier verlassen wir den Asphalt um ab die herrliche und entspannt zu fahrende  Piste unter die Räder zu nehmen

Hier verlassen wir den Asphalt um ab die herrliche und entspannt zu fahrende Piste unter die Räder zu nehmen

Es hat in den letzten Tagen recht viel geregnet was dem Zustand der Stecke nicht zum Vorteil war, allerdings bleiben extreme Teilstücke aus. Quad und Motorrad fahren voraus, getroffen wird sich an vorher genau festgelegten Punkten – oder wenn das Benzin ausgeht.

Diese kleine schöne Piste schlängelt sich durch die Landschaft und ist die einzige Verbindung zwischen den kleinen Dörfern und der Außenwelt.

Das Fahren auf und abseits des Asphalts macht Spaß und die Landschaft wechselt nach jeder Kurve. Genau das macht den Reiz dieser herrlichen Passage aus und sie bildet den perfekten Einstieg in den Hohen Atlas.

Die Schlüsselstelle, sie ist zwar anspruchsvoller, aber selbst für Anfänger problemlos zu meistern

Die Schlüsselstelle, sie ist zwar anspruchsvoller, aber selbst für Anfänger problemlos zu meistern

Übernachtet wird in Quazazate, am Morgen machen wir eine Zeitreise zu einem Flussbett in dem eine kleine Piste verläuft. An den Seiten sind zahlreiche Höhlen die vor einigen Jahren noch als Unterkunft dienten.

Marokko 08 (6)

Von hier aus geht es über eine Lehmpiste hinauf zu einer großen Hochebene. Wir haben Glück, die Oberfläche ist trocken und die Pfützen recht klein, so dass uns größere Schlammpassagen erspart bleiben. Tiefe Spuren im trockenen Lehm lassen erahnen, was einen hier erwartet, wenn Regen einsetzt. Auf der Ebene angekommen wechselt die Oberfläche, die Piste ist steiniger. Wer aber meint, hier schnell voran zu kommen der irrt. Denn das Plateau ist von zahllosen Regenrinnen durchzogen, die immer wieder überquert werden müssen. Somit geht es etwas entspannter zu als am Vortag. Durch das ständige Beschleunigen und Abbremsen aus Schrittgeschwindigkeit fahren Quad und Motorrad außer Sichtweite. Nach dem Plateau wird die Piste immer besser und es geht zügig voran. Trotzdem sollten wir die beiden Fahrer erst wieder an einem Café treffen, wo sie gut gelaunt auf uns warten.

Die Marokkaner sind Ladekünstler, es wird geladen was auf das Fahrzeug passt. Ob man ihren Künsten jedoch vertrauen kann ist eine andere Sache.

Die Marokkaner sind Ladekünstler, es wird geladen was auf das Fahrzeug passt. Ob man ihren Künsten jedoch vertrauen kann ist eine andere Sache.

Den krönenden Abschluss bildet der sehr gepflegte Campingplatz Ksar Kaissar, wo wir entspannen und von warmen Duschen verwöhnt werden. Bevor sich der Tag verabschiedet, sind zwei Regenbögen zu sehen, die dann vom Feuerwerk der untergehenden Sonne verschluckt werden. Es dauert nicht mehr lang, bis wir den ersten Regen erleben, der uns früh in die Schlafsäcke treibt.
Dementsprechend früh starten wir am Morgen zur Dades Schlucht. Auch wenn die Straße durch die Schlucht größtenteils asphaltiert ist, gib es keinen Anlass zur Traurigkeit. Zu oft halten wir an, um uns von der Landschaft beeindrucken zu lassen, das Offroadfahren wird hier zur Nebensache.

Bei solchen Eindrücken kommt garantiert keine Langeweile auf!

Bei solchen Eindrücken kommt garantiert keine Langeweile auf!

Wieder fahren Quad und Motorrad einen respektablen Vorsprung heraus. Wir lassen uns davon nicht beirren und fahren unser Tempo weiter.

Das wohl berühmteste Motiv aus dem Dahdes- Tal

Das wohl berühmteste Motiv aus dem Dades- Tal

Aber auch hier hat der nächtliche Regen seine Spuren hintelerlassen

Aber auch hier hat der nächtliche Regen seine Spuren hintelerlassen

Weiter oben hat der sich der Fluss tief in die Berge eingeschnitten. Spätesten hier weiß man warum diese Schlucht zu den schönsten der Erde gezählt wird.

Weiter oben hat der sich der Fluss tief in die Berge eingeschnitten. Spätestens hier weiß man warum diese Schlucht zu den schönsten der Erde gezählt wird.

Erst weit oben wechselt der Belag und wir nehmen wieder Schotter unter die Räder. Die gut ausgebaute Piste steigt noch weiter an, um nach einem Pass auf eine zweite Piste hinunter in die Todraschlucht zu gelangen. Doch auf vielen Karten ist eine Querverbindung eingezeichnet, die am und im Flussbett entlang über einen Pass führt. Über dieses ca. 28 km lange Teilstück wird immer wieder berichtet, dass es dies nicht mehr gibt oder unpassierbar sei. Wir gehen den Gerüchten auf dem Grund und biegen am Abzweig ab, wo wir wieder auf unsere Mittstreiter treffen. Sie haben den Vorsprung genutzt und sind schon ein Stück in die Passage hineingefahren um abzuschätzen, ob sie befahrbar ist.
Ab hier heißt es Reduktion einlegen, anschnallen und genießen. Die kleine Piste ist am Anfang noch in einem relativ guten Zustand, so dass man sich ein bisschen einfahren kann.

Noch geht es beschaulich zu...

Noch geht es beschaulich zu...

Doch nach einigen hundert Metern geht es nach links in das Flussbett, was am Anfang noch recht breit ist. Hier gibt es relativ viel feineren Flusskies, so dass wir den schwierigen Passsagen ausweichen können. Aber auch hier müssen immer wieder Felsen um- oder überfahren werden, manchmal auch beides.Wir kommen einigermaßen gut voran. Doch je weiter wir nach oben kommen, desto steiniger werden die Passagen. Die Strecke ähnelt immer mehr einem Trialparcour.

Es geht zur Sache, Quad- und Beifahrer leisten gute Dienste

Es geht zur Sache, Quad- und Beifahrer leisten gute Dienste

Mit dem Wissen, dass Piste im oberen Verlauf das Flussbett verlässt und hinter dem Pass im guten Zustand sein sollte, nehmen wir uns die Zeit, die wir für die schwierigen Abschnitte brauchen. Es ist etwas bewölkt, so dass die Beifahrer das Ganze recht entspannt von außen einweisen können. Quad und Motorrad erweisen sich als gute Begleiter. Sie fahren voraus und suchen für die Geländewagen den besten Weg. Aber auch sie müssen sich hart und beschwerlich durch das schwierige Gelände kämpfen. Doch es dauert nicht lange und wir müssen die ersten kleineren Felsen von Hand räumen und Stufen überfahren. Der Allradantrieb wurde schon lange eingelegt und ich bin beeindruckt wie gelenkig das Blattfederfahrwerk ist. Doch die Stufen werden höher, und die Fahrwerke kommen bald an ihr Grenzen. Jetzt kommen die Differtentialsperren zum Einsatz und sie sollten noch öfter bemüht werden. An diesen Passagen kommt es immer wieder zu kurzen Wartezeiten, die für unsere beiden Puristen willkommene Pausen sind.

In so schwierigem Gelände ist es selbstverständlich, dass die Gruppe zusammenbleibt, um sich gegenseitig zu unterstützen. Es geht stetig bergauf. Weiter oben ist tatsächlich ein Weg neben dem Flussbett erhalten.

Es geht wieder voran!

Endlich, es geht wieder voran!

Wir verlassen den Flusslauf und kommen wesentlich schneller voran. Nach Karte sollen wir der Piste folgen, bis sie nach links abknickt um sich über einen 2450 m hohen Pass zu winden. Einen Abzweig gibt es nicht. So würden wir erfreulich früh den Campingplatz Atlas erreichen und Zeit zum Relaxen haben.
Doch schon nach wenigen 100 m hat es sich ausgeträumt. Wir stehen vor einer Ausspülung. Der Weg ist zu Ende und die Gruppe muss wieder zurück ins Flussbett. Es wird früh dunkel und wenn wir bald nicht wieder auf die Piste kommen, wird die Zeit knapp. Zu allem Überfluss verschlechtert sich das Wetter zusehends, starker Regen und Hagel setzen ein. Ab jetzt erhöht sich der Zeitdruck und wir müssen so schnell wie möglich den Pass erreichen. Wenn der Regen anhält, wird der Fluss zu viel Wasser führen und wir sitzen hier oben fest – vielleicht für Tage.

... aber nicht lange!

...aber nicht lange!

Die Suche nach dem Idealweg zwischen den Steinen und das Einweisen machen keinen Spass mehr. Die Bedingungen haben sich gerade für Quad und Motorrad verschlechtert. Es ist kalt, die Klamotten sind durchnässt und die Steine glatt. Erleichterung kommt auf, als etwas weiter die Piste wieder befahrbar ist. Doch die Freude währt nur kurz, denn wir müssen bald wieder zurück in das Flussbett. Es sollte nicht der letzte Wechsel sein. Wir sind spät dran, als wir endlich den Pass erreichen. Ab hier sollte der Weg in einem besseren Zustand sein.
Die Gerüchte hatten recht, die Piste ist tatsächlich etwas besser. Aber auch hier müssen wir feststellen, dass die Natur das zurück erobert, was der Mensch geschaffen hat und einige Teilstücke nicht befahrbar oder erst gar nicht vorhanden sind. Zum Glück bessert sich dafür das Wetter zusehends. Am Ende haben wir für den Abschnitt 6 Stunden gebraucht und wir erreichen die Engstelle der Todraschlucht fast im Dunkeln.
Der darauf folgende Tag führt uns nach einer Asphaltetappe in die weiten Ebenen zu den Lehmskultpuren eines deutschen Künstlers Hannsjörg Voth.

Unterwegs zu den Skulpturen müssen wir einen Fluss durchqueren. Die einheimischen Frauen wachen hier ihre Wäsche.

Unterwegs zu den Skulpturen müssen wir einen Fluss durchqueren indem die einheimischen Frauen hier ihre Wäsche waschen.

Hier, mitten im Nichts, hat er die „Himmelsleiter“, „Die Lehmsäulen des Orions“ und die „Goldene Spirale“ errichtet. Letztere diente dem Künstler als Atelier. Die Objekte können sogar besichtigt werden (Tel. Anmeldung unter 068 65 18 28). Beim Preis von 200 Dirham pro Person bleibt es bei einigen Fotos von außen und wir folgen den Pisten nach Er Rachidia um auf Asphalt nach Merzouga zu gelangen.

Die markannte Himmelsleiter ist schon von weitem sichtbar.

Die markannte Himmelsleiter ist schon von weitem sichtbar.

Es ist Nacht als wir das Lager aufschlagen. Das allabendliche gemeinsame Kochen und Beisammensein, bei dem man noch einmal den Tag Revue passieren lässt, findet endlich einmal bei lauwarmen Temperauren statt und es dauert, bis wieder die dicken Jacken ausgepackt werden. Der Nachthimmel ist sternenklar und stellt alles Bekannte in den Schatten. Wir hoffen auf schönes Wetter, denn für den nächsten Tag ist, neben dem Einkauf diverser Fossilien, ein Abstecher in die Dünen geplant.
Der Blick am Morgen sprengt alle Klischees. Ich blicke über eine Lehmmauer auf einige Palmen, die hier auf dem kargen Boden das einzige Grün ausmachen. Sie bilden einen schönen Kontrast zu den mächtigen Dünen, die sich dahinter über 100m hoch auftürmen. Kein Zweifel, wir sind am Rand der Sahara. Doch dass alleine reicht nicht zum Glücklichsein. Es ist kalt, genauer 11° und es regnet – noch genauer, es gießt in Strömen. Wir kommen erst am späten Vormittag los. Die Pisten in den Dörfern sind total verschlammt und vor den Dünen stehen große Seen.

Keine Fatamorgana, die Turisten werden wohl zu dem Zelt schwimmen müssen…

Keine Fatamorgana, die Touristen werden wohl zu dem Zelt schwimmen müssen…

Doch der Regen hat auch sein Gutes und der Sand ist relativ hart. Mit genügend Schwung oder Motorleistung gleicht das Fahren auf den Dünen einer Achterbahn, bei der man die Strecke frei wählen kann. Doch Vorsicht – Suchtgefahr! Besonders betroffen sind Quad- und Motorradfahrer, die mit einem Dauergrinsen unterwegs sind.

Gegen Abend ziehen die ersten dunklen Wolken auf und bereiten dem Spass ein Ende. Wir flüchten Richtung Zagora, der Blick in die Rückspiegel verheißt nichts Gutes und bestätigt die Entscheidung.Auf halber Strecke machen wir Halt an einer gepflegten Auberge.
Den Morgen beginnen wir wie Pauschalurlauber. Auch wenn 13° Luft und 15° Wassertemperatur für marokkanische Verhältnisse eisig sind, konnten wir es uns nicht nehmen lassen, einem ausgiebigen Bad im Pool zu frönen. Die Einheimischen laufen kopfschüttelnd an uns vorbei, während sie sich noch tiefer in ihre dicken Jacken verstecken.
Von hier aus fahren wir über Pisten nach Zagora.

Der Markt von Zagora ist bekannt. Wir nutzen ihn um unsere Vorräte zu ergänzen.

Der Markt von Zagora ist bekannt. Wir nutzen ihn um unsere Vorräte zu ergänzen.

Dort angekommen schaffen wir es so gerade noch die Zelte aufzubauen, bevor leichter Regen einsetzt. Egal, wir sitzen gesellig unter der Markise. Pünktlich als Tajine serviert wird, hört der leichte Regen auf. Nein es regnet es nicht mehr – es schüttet! Morgens stehen die Fahrzeuge in einem See. Mit Marokko verbindet man andere Bilder. Doch die scheinen fern ab der Realität und das Produkt von zwielichtigen Reiseanbietern.

Über Pisten wollen wir nach Agdz. Aber auch hier hat der Regen sein Übriges getan.

Auch hier hat die Natur die Piste in den Ursprung zurück geformt

Auch hier hat die Natur die Piste in den Ursprung zurück geformt

Wir kommen zu langsam voran und schwenken ab. Es geht im Regen entlang mehrer Bergwerkminen, über ein weniger gepflegtes Asphaltsträßchen nach Tazenakht mit der Hoffnung auf einem Campingplatz zu übernachten.

Brücken trifft man hier im Süden selten an. Wenn der Fluss Wasser führt wird die Strasse überspült. Wem das Wasser zu tief ist, der muss warten bis sich der Pegel gesenkt hat.

Brücken trifft man hier im Süden selten an. Wenn der Fluss Wasser führt wird die Strasse überspült. Wem das Wasser zu tief ist, der muss warten bis sich der Pegel gesenkt hat.

Es ist fast dunkel als wir das Örtchen erreichen. Die Gassen sind verschlammt mit großen Pfützen. Wir müssen feststellen dass es hier keinen Campingplatz gibt. Zu allem Überfluss machen wir erneut Bekanntschaft mit dem kühlen Nass, das wieder in große Mengen vom Himmel fällt. Irgendwann kapituliert selbst die beste Funktionskleidung und Quad- und Motorradfahrer sind völlig durchnässt. Mitten im Ort steht ein Haus, an dem die beleuchteten Buchstaben HOTEL angebracht sind. Ein Blick nach oben in den schwarzen Himmel lässt so manchen Zweifel im Keim ersticken und wir quartieren uns ein. Die Nacht brachte neben reichlich Niederschlag auch die Erkentnis, dass der 75-er wohl die bessere Unterkunft gewesen wäre.
Morgens erwärmt die Sonne den Boden und lässt Nebelschwaden aufsteigen. In ihnen wird das Licht gebrochen und es sind überall kleine Regenbögen zu sehen. Junges Grün sprießt aus den Böden, die feuchten Steine glänzen, die Natur sorgt für unvergessliche Eindrücke.

Die bizarren Bilder geben ein völlig neues Bild von der Landschaft.

Und auch das Offroadherz kommt nicht zu kurz. Wir fahren an einem Flussbett, in dem das braune Wasser zügig an uns vorbei fließt. Immer wieder müssen wir den Fluss durchqueren und gelangen dabei durch mehrere kleine Dörfer.

Marokko 08 (27)

Marokko 08 (22)

Marokko 08 (25)

Marokko 08 (28)

Nach fast zahllosen Wasserdurchquerungen erreichen wir irgendwann unser Ziel Agdz. Bei einem guten Tee lassen wir den Tag Revue passieren, immerhin hat seit fast 24 Stunden nicht mehr geregnet.
Dieser Trend setzte sich sogar am nächsten Morgen fort, nach dem Frühstück geht es weiter über Nekob einer der viel befahrenen Pisten über den Tizi-n-Tazazert zu erreichen, ein weiteres Highlight auf unserer Runde. Neben der Piste sind wieder ausgeschachtete und verlassene Gräben zu sehen. Wir steigen aus, machen Fotos und begeben uns auf Spurensuche, doch was hier gefördert wurde, bleibt uns ein Rätsel.
Die Piste ist bis zum Pass extrem uneben und holperig. Auch wenn die Schraubfedern des 105-er die Stöße besser wegstecken, Komfort ist was anderes und selbst für die Quad- und Motorradfahrer ist es eine Tortur.

Mit den Blicken auf das Umland werden wir hinreichend für die Touren beim Auffahren zum Pass entschädigt.

Mit den Blicken auf das Umland werden wir hinreichend für die Touren beim Auffahren zum Pass entschädigt.

Erst hinter dem Pass wird es, je weiter wir talwärts vorstoßen, zunehmend besser. Den Abend verbringen wir wieder in der Ksar Kaissar. Es bläst ein kalter Wind, der das allabendliche, gemütliche Zusammensein schnell beendet. Nachts setzt erneut Regen ein – der erste seit 48 Stunden!
Nach einer Verbindungsetappe und einer weiteren regnerischen Nacht, werden wir schon beim Aufstehen von der Sonne verwöhnt. Bei herrlichem schönem Wetter fahren wir über einen ebenso schönen Asphaltpass zu den Cascades de Ouzoud. Vor wenigen Tagen ist hier eine gigantische Flut in die Tiefen gestürzt und hat das obere Flussbett umgeformt. Viele Campingplätze oberhalb und einige Stände innerhalb der Schlucht zeigen sich im desolaten Zustand und sind geschlossen.

Die Schlammflut hat die Pflanzen weggespült oder begraben und die Wände bizarr geformt.

Die Schlammflut hat die Pflanzen weggespült oder begraben und die Wände bizarr geformt.

Die Blätter auf den Bäumen tragen noch immer eine braune Schicht von der schlammigen Gischt, als das braune Wasser die 120 m hinunter stürzte. Nein, hier kann man heute keine schönen Fotos machen, so bleibt mehr Zeit für das gesellige Zusammensein.

Wenn man sich in Marokko zusammensetzt, gehört ein gepflegtes Gläschen Tee immer dazu.

Wenn man sich in Marokko zusammensetzt, gehört ein gepflegtes Gläschen Tee immer dazu.

Ein Klopfen weckte uns am Morgen, es regnete. Von den 6 Tagen, die es durchschnittlich im Oktober regnet, haben wir nun schon 9 angetroffen. Auf der Rückfahrt nach Marrakech erreicht der Niederschlag seinen Höhepunkt. Zum Abschied öffnet der Himmel seine Schleusen. Das, was Meterologen einfach nur als Niederschlag abtun, erreicht nicht gekannte Dimensionen. Das Wasser sammelt sich rechts und links der Landstraße in braunen Seen. In Marrakech stehen riesige Pfützen auf den Strassen.

Nein nicht Holland nach dem Deichbruch, vielmehr Felder in Marokko.

Nein nicht Holland nach dem Deichbruch, vielmehr Felder in Marokko.

Anstatt am Campingplatz unsere Zelte aufzuschlagen, zieht es und in ein überdachtes trockenes Einkaufszentrum, wo letzte Besorgungen gemacht werden.
Da man außer Suppe draußen nichts kochen kann, siegt der Überlebenstrieb über die Vernunft und wir kehren in ein bekanntes amerikanisches Schnellrestaurant ein.

Als der Regen etwas nachlässt, statten wir der Medina noch einen Besuch ab. Es geht ungewohnt beschaulich zu. Die Stimmung ist gedrückt und die Souks leer. Der Djemaa el Fna z ählt mit seinem Essständen und dem Treiben aus Tausend und einer Nacht zum Weltkulturerbe.An den abendlichen Kochständen bereiten sich die Einheimischen auf Regen vor. Das berühmte Postkartenpanorama vom Balkon eines Restaurants wird von Plastikplanen überdeckt. Also brechen wir auf zum Campingplatz, wo wir nur äußerlich trocken den Abend verbringen.Von hier aus geht es, von Schauern begleitet – wie denn sonst in Marokko? – in den nächsten Tagen über Tanger zurück nach Europa, wo eindeutig besseres Wetter auf uns wartet.

Der Sonnenuntergang bei Asillah lässt und auf besseres Wetter hoffen- vergebens, es wird auch noch regnen wenn wir in Tanger auf die Fähre fahren.

Der Sonnenuntergang bei Asillah lässt uns auf besseres Wetter hoffen - vergebens, es wird auch noch regnen wenn wir in Tanger auf die Fähre fahren.

Die Befürchtungen, dass es auf Grund der unterschiedlichen Fahrzeuge zu Spannungen innerhalb der Gruppe kommt, haben sich völlig zerschlagen. Im Gegenteil, auf der gesamten Tour stand schließlich der Spass im Vordergrund und die Fahrzeuge ergänzten sich.
Ob wir noch einmal in einer gemischten Gruppe fahren würden? Jederzeit wieder!

Wir verlassen Afrika und genießen die letzten Urlaubstage auf der Fähre.

Wir verlassen Afrika und genießen die letzten Urlaubstage auf der Fähre.



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