Sardinien

003 und 007 on Tour!!!

Unterwegs, zusammen was zusammen gehört!

Unterwegs, und zusammen was zusammen gehört!

Wohin Ende Sommer, wenn man Langeweile hat? Warm, Meer und Pisten? Und blos keinen Regen! Unser Zelt sollte diesen Urlaub endlich mal trocken bleiben und allenfalls nur als Windschutz dienen. Diese Punkten mussten Basti beachten, als wir im Frühjahr nach neuen Reisezielen Ausschau hielten.

auf so ein Wetter haben wir keine Lust, darum ab in den Süden, ab nach

auf so ein Wetter haben wir keine Lust, darum ab in den Süden, ab nach

 

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Die Antwort Sardinien war schnell gefunden, eine Scouttour fahren, zu sehen was geht was sich lohnt, und was nicht.

Doch auch Luna unsere Sheappard Hündin, sollte mit und auf der Passage aber nicht in kleinen Zwinger gepfercht werden. Die Lösung gab es bei Moby Lines.

Die übliche Langeweile vor dem Boarding- das ist auch bei Nachtpassagen nicht anderes...

Die übliche Langeweile vor dem Boarding- das ist auch bei Nachtpassagen nicht anderes…

Und so befinden wir uns nun in einer kleinen Kabine, nachts auf dem Weg nach Olbia. Großes Plus, Hunde dürfen mit in die Kabine, das muss jedoch vorher extra gebucht werden. Nach einer erholsamen Nach kommen wir morgens in Sardinen an, kaufen wir schnell ein und dann geht es ab in die Sonne zum Strand, frühstücken. Luna badet im Meer und wir planen die nächsten Tage.

Die Tourenplanung gibt uns hier um Olbia mehrere Möglichkeiten vor. Wir beschließen nach Süden auszubrechen. Es gibt zahlreiche Pisten, schnell wird klar: es können nicht alle Tracks und Pisten unter die Reifen genommen werden.

Die SS125 wird die Hauptstraße sein auf der wir regelmäßig stoßen. Doch wir hatten ja keine Ahnung was die schnöde Bezeichnung SS125 für uns parat halten sollte. Bald erreichen wir sie und mit ihr die Pisten. Wir steigen in die ersten Touren ein.

Willkommen auf Sardinien, tolle Ausblicke, ein Meer aus Pisten und... gutes Wetter!

Willkommen auf Sardinien, tolle Ausblicke, ein Meer aus Pisten und… gutes Wetter!

Schwein gehabt, wie auf Korsika leben die Schweine wild, nur das Grünland ist offnungslos überweidet.

Schwein gehabt, wie auf Korsika leben die Schweine wild, nur das Grünland ist offnungslos überweidet.

Von weit oben bieten sich herrliche Panoramen, auf dem Weg hinunter müssen wir durch mehrere Dörfchen. Die 2 Cruiser passen hier einfach nicht hin. Die Gassen sind sehr schmal und verwinkelt, mit dem Panda muss man schon kurbeln und wir haben schnell das Nachsehen.

durch das Wirrwar aus Gassen muss man regelmäßig durch, einfach entspannt cruisen, der Rest ergibt sich.

durch das Wirrwar aus Gassen muss man regelmäßig durch, einfach entspannt cruisen, der Rest ergibt sich.

Es geht nur kurz gerade aus, bis es wieder um eine Hausecke herum geht, manchmal müssen wir rangieren. Ausweichen vor dem Gegenverkehr ist nicht möglich. Aber kein Problem für die Sardinier. Sie erkennen das Problem und setzen mit einem Lächeln zurück damit es weiter geht.

Stimmt, da ist noch Platz, aber es geht ja auch nur gerade aus...

Stimmt, da ist noch Platz, aber es geht ja auch nur gerade aus…

Bei einem Cafe wird es zu eng, die Gäste stehen auf, winken freundlich und machen uns Platz. Bella Maccina bekommen wir zu hören, hoch gereckte Daumen und wir winken als Dank und lassen die Motoren in die Gassen dröhnen.

Zum Übernachten kommen wir regelmäßig zurück zum Stand, hier stehen viele Camper. Man weist uns darauf hin, das man uns eventuell vertreiben könnte, da das Übernachten hier nur geduldet ist.

Doch weicher Sand und 4WD sind eine gute Mischung um sich Behörden vom Hals zu halten- man muss einfach nur weit genug fahren.

Am Strand findet man Übernachtungsplätze, es ist illegal wird aber toleriert...

Am Strand findet man gute Übernachtungsplätze, es ist illegal wird aber toleriert…

Vom Strand aus geht es wieder über kleine und teilweise sehr steile Gassen zurück zur SS125.

Die SS150 ist nicht um sonst Stolz der Sardinier und eine der Traumstraßen Europas

Die SS125 ist nicht um sonst Stolz der Sadinier und eine der Traumstraßen Europas

Die SS125 ist aber viel mehr als eine nur Verbindungsstraße. Mit ihren tollen Ausblicken und unzähligen Kurven und einem ständigem Auf und Ab ist sie die Panoramica und schlängelt sich an der Ostseite Sardiniens von Norden nach Süden. Sie ist eines der absoluten Highlights der Insel, und hier trifft man alle, Camper, einheimische, Kurvenräuber, Motorradfahrer. Trotzdem fährt man mehr miteinander und es funktioniert. Die Strecke ist äußerst abwechslungsreich und alleine für sich ein Grund nach Sardinien zu kommen, selbst mit dem 75-er macht die Kurvenhatz Spaß und so werden die Asphaltkilometer zum Genuss.

Diese tote Natter war die einzige Schlange der wir begegnet sind. Die Schlangen sind ungiftig und bei den alten einheimischen gerne gesehen. Auf Sardinien sind keine giftigen Tiere heimisch, man kann sich bedenkenlos im Freien aufhalten.

Diese tote Natter war die einzige Schlange der wir begegnet sind. Die Schlangen sind ungiftig und bei den alten einheimischen gerne gesehen. Auf Sardinien sind keine giftigen Tiere heimisch, man kann sich bedenkenlos im Freien aufhalten.

Direkt an der SS125 liegt die Grotta di Ispingoli. Sie ist beeindruckend hoch und hat eine über 38m hohe Säule (wenn Stalagmit und Stalagtit zusammen wachsen) und ist damit die 2. höchste der Welt!

Am nächsten Tag hängen die Wolken tief, und mehr zufällig kommen wir an der wenig bekannten Grotta di Marmori vorbei. Der Reiseführer hat nicht viel darüber zu berichten. Wir haben Zeit, denn es macht nicht viel Spaß in den Wolken zu fahren, da kommt eine Höhlenbesichtigung gerade recht. Wir stellten die Cruiser im Nebel ab und können so Luna bedenkenlos im Fahrzeug lassen und die Höhle entdecken.

Allein der Eingang beeindruckt. Im Inneren der Höhle sind es nur 12° und die Führung dauert eine Stunde, also passende Kleidung tragen

Allein der Eingang beeindruckt. Im Inneren der Höhle sind es nur 12° und die Führung dauert eine Stunde, also passende Kleidung tragen

Wir können die Dimensionen nicht fassen. Diese Höhle ist ein Muss in Sardinien! Ihre Säle sind gigantisch, der Größte misst über 70m Länge und 40m Breite! Hier könnte man gleich 2 Airbus A320 hintereinander parken.

Kein Saal, nur ein Verbindungsgang, jetzt könnt ihr euch mal einen ungefähren Eindruck von der Höhle machen.

Kein Saal, nur ein Verbindungsgang, jetzt könnt ihr euch mal einen ungefähren Eindruck von der Höhle machen.

Am Ende gehen wir 800m tief in den Berg! Übrigens, die Führung wird neben Italienisch auch auf englisch angeboten und ist sehr informativ.

So langsam kommen wir mit der SS125 in den Süden. Hier gibt es nicht mehr viel zu Offroaden, also drehen wir nach Westen ab.

Kein Landy, ein FIAT hat hier aufgegeben- da bekommt der Spruch Feuriger Italiener Aus Turin eine ganz andere Bedeutung...

Kein Landy, ein FIAT hat hier aufgegeben- da bekommt der Spruch Feuriger Italiener Aus Turin eine ganz andere Bedeutung…

Der Südwesten hat eine besondere Geschichte die von der Gegenwart über 3.000 Jahre zurück reicht. Hier wurde im Bergbau betrieben und unter anderem Eisen, Kupfer, Zink, Silber und Kohle abgebaut.

Das taube Gestein wurde oft zu Halden aufgekippt, die man heute noch gut erkennen kann.

Das taube Gestein wurde oft zu Halden aufgekippt, die man heute noch gut erkennen kann.

Für die alten Loren gab es keine Verwendung mehr, also ließ man sie gerade da wo sie sind.

Für die alten Loren gab es keine Verwendung mehr, also ließ man sie gerade da wo sie sind.

Der Fortschritt im Bergbau ermöglichte immer tiefer in die Berge vorzudringen und rentabel abzubauen, aber ab den 1970-er kam trotz modernster Technik für die meisten Bergwerke das Aus. Die Minen schlossen, die Siedlungen sind verlassen und die Natur gewinnt Oberhand über die Anlagen.

Feierabend, die Vorbereitungen fürs Essen dauern noch an. Schöne Übernachtungsplätze gibt es überall.

Feierabend, die Vorbereitungen fürs Essen dauern noch an. Schöne Übernachtungsplätze gibt es überall.

 

Wir profitieren heute noch von den über 200 Jahren Bergbau. Ein Geflecht aus Pisten durchzieht die Gegend, es gibt zahlreiche schöne Übernachtungsmöglichkeiten und natürlich bizarre Fotomotive.

Eine verlassene Bergbausiedlung. Sie dient den Viehherden als Unterschlupf und Stallung.

Eine verlassene Bergbausiedlung. Sie dient den Viehherden als Unterschlupf und Stallung.

Die Villa des Minenbetreibers, es erinnert nicht mehr viel an den damaligen Reichtum.

Die Villa des Minenbetreibers, es erinnert nicht mehr viel an den damaligen Reichtum.

Ausgewaschen: Diese Erzwäsche war noch Dampf betrieben, doch gewaschen wird hier schon lange nichts mehr.

Ausgewaschen: Diese Erzwäsche war noch Dampf betrieben, doch gewaschen wird hier schon lange nichts mehr.

Einen schönen Strand gibt es in Porto Flavia hier war auch die Hochburg des Bergbaus. Zahlreiche Maschinen sind hier in einem Museum ausgestellt, uns fehlt jedoch die Zeit für eine Besichtigung. So landet es es auf die ToDo Liste für den nächsten Sardinien Urlaub.

Ein kurzer Einblick in einen Teil des Maschinenparks vom Museum, das nächste mal gibt es Fotos von innen.

Ein kurzer Einblick in einen Teil des Maschinenparks vom Museum, das nächste mal gibt es Fotos von innen.

Wir könnten hier noch Tage weiter fahren, doch wir wollen den Norden der Insel erkunden. Im Westen gibt es neben den schönen Stränden bestimmt noch was zu entdecken.

Eine typisch sardinische Nurage, es gibt sie überall zu sehen, also einfach die Augen auf halten.

Eine typisch sardinische Nurage, es gibt sie überall zu sehen, also einfach die Augen auf halten.

So sehen sie von innen aus, im Museum sieht man auch nicht mehr.

So sehen sie von innen aus, im Museum sieht man auch nicht mehr.

Doch wir rollen über Asphalt eine Verbindungsetappe nach Norden und pausieren auf dem Campingplatz bei Alghero.

Ob uns bei Asphaltetappen langweilig wird? Rate mal!

Ob uns bei Asphaltetappen langweilig wird? Rate mal!

Der Platz ist absolut empfehlenswert und hat auch ein ordentliches Restaurant das selbst bei Schlechtwetter zum Verweilen einlädt. Neben der Stadt gibt es hier noch die Grotta di Nettuno.

Die Reseliteratur schwärmt von der Höhle und wir sind voller Erwartungen. Das positive vorweg, Luna darf mit, und der Weg dorthin bringt mit über 650 Stufen unsere müden Knochen ordentlich auf Trapp. Doch die Höhle selbst ist eine Enttäuschung. Trotzdem ist der Schwenk nach Norden empfehlenswert, denn das Städtchen ist zwar touristisch aber absolut sehenswert.

Der Bus kostet vom Campingplatz aus 1 Euro in die Stadt, da lassen wir gerne die Cruiser stehen und machen ein wenig Sightseeing und entspannen abends bei einer erstklassigen Pizza aus dem Forno a Legna.

Saulecker und ein Muss auf Italien und Sardinien: Pizza aus dem Forno a Legna- ein Steinofen der mit Holz geheizt wird.

Saulecker und ein Muss auf Italien und Sardinien: Pizza aus dem Forno a Legna- ein Steinofen der mit Holz geheizt wird.

Wir ziehen an der Nordküste entlang Richtung Osten, denn nördlich von Olbia gibt es wieder etliche Pisten.

Auch nördlich von Olbia kann man herrlich offroaden.

Auch nördlich von Olbia kann man herrlich offroaden.

Das Hochdach trägt zwar mächtig aus, störte trotzdem nicht auf den Pisten

Das Hochdach trägt zwar mächtig auf, störte trotzdem nicht auf den Pisten

Und es verschränkt doch- da soll mir doch einer was von störrischen Blattfedern schreiben!

Und er verschränkt doch- da soll mir doch einer was von störrischen Blattfedern schreiben!

Eine Piste führt hoch zu einem Überwachungsturm. Hier wird nach Feuern Ausschau gehalten und das Wetter beobachtet. Die Frage ob wir oben einen Anpfiff bekommen, weil wir die Piste befahren haben, klärt sich von selbst. Der Beamte freut sich über unseren Besuch, erklärt uns auf italienisch die Gegend und zeigt auf die weißen Felsen am Horizont. Dort ist Korsika, das Piratendorf Bonifacio liegt versteckt und ist nicht zu sehen.

Wir cruisen hier noch 2 Tage. Am vorletzten Tag fängt es pünktlich zur Mittagspause an zu regnen.

Auch wenn es leicht regnet, was soll's, das hört schon bald auf!

Auch wenn es leicht regnet, was soll’s, das hört schon bald auf!

Nachmittags hadern wir, ob wir wieder draußen campen oder doch einen Campingplatz anfahren. Wir entscheiden uns für den Campingplatz, mit der Absicht den Tag am Stand zu verbringen- und abends auf die Fähre zu fahren.

Kaum sind wir auf Asphalt, beginnt es stärker zu regnen. Abends kommt wegen des starken Regens das Zelt zum Einsatz und wir sind froh nicht draußen zu campen. Nach den nächtlichen Regengüssen hätten die Pisten böse Überraschungen parat halten können- eben solche die man am letzten Tag nicht braucht. Doch aus dem Badetag wird nichts, es gießt ununterbrochen weiter.

Falsch gedacht, es regnet noch die nächsten 48 Stunden. Das Bild habe ich morgens gemacht, es sollte noch den ganzen Tag ununterbrochen so weiter regnen!

Falsch gedacht, es regnet noch die nächsten 48 Stunden. Das Bild habe ich morgens gemacht, es sollte noch den ganzen Tag ununterbrochen so weiter regnen!

Bei dem Wetter haben selbst wir mit unseren Fahrzeugen nichts auf den Pisten zu suchen, zu gefährlich! Wir flüchten ins Shopping Center und verbringen dort notgedrungen den ganzen Tag. Abends, fahren wir raus zur Pizzeria. Die Straßen sind voller Wasser und es bilden sich rechts und links Seenlandschaften. Mehr als Tempo 50 ist nicht drin. Nach dem Essen gießt es kräftig weiter. Auf der fahrt zum Hafen kommen wir am Flughafen vorbei- er ist wegen des extremen Wetters geschlossen. Es wird Zeit das wir zum Hafen kommen, denn auf dem Weg dorthin werden schon Teile der Innenstadt abgeriegelt. Am Pier angekommen, fällt der Strom komplett aus, das Boarding findet in der Fähre statt. Von der Fähre aus blicken wir auf eine dunkle Stadt, Blaulichter zucken durch die Straßen. Später erfahren wir, dass es an dem letzten Tag über 100mm geregnet hat, Teile von Olbia sind überflutet und Straßen wurden weg gespült, die Pisten dürften nicht besser aussehen.

Diese Zerstörte Brücke ging bei den Bildern von den sinnflutartigen Regenfällen um die Welt- allerdings war sie schon vor dem Regen eingestürzt

Diese Zerstörte Brücke ging bei den Bildern von den sinnflutartigen Regenfällen um die Welt- allerdings war sie schon vor dem Regen eingestürzt

Wir haben alles richtig gemacht und können auf einen schönen Urlaub und noch viele nicht gefahrene Pisten zurück blicken- wir kommen wieder!