Buschtaxitreffen 2012

Ist anders auch wirklich gut?

 2011 war das letzte BTT in Beuern und gleichmit das letzte bei dem ein Fahrgelände zu Verfügung stand. Im Forum wurde eifrig diskutiert, ob es ohne ein solches auch geht, und wie es überhaupt mit dem BTT weiter gehen soll…

Doch hinter den Kulissen rotierte Alex seine Vorgaben zu erfüllen: Zentral in Deutschland, mit entsprechendem Flair, ausreichend Platz für Händler und Campingwiesen für über 600 Fahrzeuge, gute Infrastruktur. Zudem möglichst gut erreichbar, keine Anwohner an den Wiesen, Halle für Workshops und Vorträge, befestigte Händlermeile- habe ich was vergessen?

Ach ja möglichst günstig sollte es auf jeden Fall sein. Aber wer hat so ein Gelände und ist zudem bereit es zur Verfügung zu stellen?

Jürgen Stehr, Inhaber der Firma Stehr Baumschinen! Aber ob ein Firmengelände dann doch die richtige Wahl ist? Haben wir denn da auch ausreichend Platz? Und kommt die richtige Stimmung auf?

 

Genau mit diesen Gefühlen reisten wir bereits am Mittwoch an- immerhin war man aus Beuern ja gewohnt dass es eng zugehen wird und man sich seinen Platz rechtzeitig sichern muss. Klar ist die Händlermeile leer, also machen wir uns auf zur ersten Campingwiese. Genau hier bekommt der langjährige BTT- Besucher seinen ersten Schock! Die Weise ist für die gewohnten Verhältnisse riesig. Die Suche nach einem schönen Platz ist auch schnell abgeschlossen. Und falls man doch unzufrieden ist, es gibt gleich noch 2 weitere Campingwiesen! Doch die Vorstellung hier auf gerade Wiesen zu treffen gerät jedoch schnell in Schieflage. Die Mitte Deutschlands ist nun mal hügelig und daran kann und will unser Netzmeister auch nichts ändern. Und da der LandCruiserfahrer dies weiß, nimmt er vorsorglich ein Stück Holz extra mit. Denn im Gegensatz zu Beuern reicht das schon an den meisten Stellen aus, damit der Cruiser oder Wohnwagen wieder gerade stehen.

 

Die Nacht wird feucht und das Thermometer zeigt nur eine 3 an. Auch wenn der Netzmeister gutes Wetter bestellt hat, um den Part wird sich die Gang mit der Büüs kümmern müssen.

Donnerstag wird das Gelände unter die Füße und Pfoten genommen und wir betreten eine neue Welt:

Die Händlermeile quetscht sich nicht mehr auf einer kleinen Wiese. Ihr steht gleich ein kleiner asphaltierter Rundkurs zur Verfügung. Somit können die Besucher auf befestigten Wegen flanieren und die Aussteller haben ausreichend Platz sich auszubreiten.

In modernen Toiletten- und Duschwagen sind die sanitären Anlagen untergebracht, alles OK. Und schon heute erleben wir wie entschleunigt das Leben sein kann, wir treffen auf viele Bekannte, ein Teil der Gang ist auch schon da und ehe wir uns versehen sitzen wir schon beim Abendessen, während sich die Büüs in der Warmlaufphase befindet.

Später am Abend mutiert sie zum Hochleistungsofen und speit fauchend ihre orange- blauen Flammen in den Himmel. Glaubt man den Klimaforschern sollte sich durch die Wärme und das produzierte CO2 das Klima erwärmen.

Der Freitag ist offizieller Start des Treffens, sondern es ist auch spürbar wärmer- wie man sieht hat das Prinzip der Erderwärmung einwandfrei funktioniert! Das Catering ist eröffnet und gleich morgens gibt es frische Brötchen. Und auch die Händlermeile ist schon recht voll- nein, es sind eigentlich alle bekannten Händler da. Aber voll ist sie nicht.

Das Programm ist voll gestopft mit Vorträgen, Fragestunden und Workshops, für jeden ist was dabei. Doch eigentlich bilden die Besucher selbst das Hauptprogramm und da ist etwas das wir seit einem Jahr ein wenig vermisst haben: die Gemütlichkeit und die unbeschreibliche Atmosphäre die das Treffen umgibt.

Zudem ist immer wieder ein Oktocopter im Einsatz, der mit einer Kamera interessante Filmchen vom Treffen dreht.

Abends  wird die Büüs wieder in den roten Bereich geheizt. Sie erwärmt uns und auch einige Besucher schauen mal kurz für den ganzen Abend vorbei. Einer ist Niko. Er ist von Australien über China, Mongolei mit seinem BJ70 angereist! Rund 17.000km ist er mit seiner Lebensgefährtin zum Treffen gefahren. Und er hat viele Anekdoten mitgebracht. Eine davon ist, das die letzte Etappe der Reise eigentlich von Polen nach Berlin führen sollte. Eigentlich. Aber als die beiden gehört haben, dass sich mitten in Deutschland ein paar verrückte Landcruiserfahrer beim BTT treffen, war es für sie selbstverständlich von Polen aus einen kleinen Schlenker nach Storndorf zu machen, um dann am Sonntag in Berlin die Reise, wie geplant, zu beenden.

Der Samstag ist richtig warm, womit die Theorie der Erderwärmung nun eindeutig belegt sein dürfte. Die Stimmung ist fröhlich- locker und völlig entspannt. Während in der einen Halle Vorträge laufen, stellt Uwe noch die Einspritzdüsen meines 75-ers ein, die ich vor Ort ausbaue. Und selbstverständlich ist das einer von vielen gut besuchten Workshops. Ganz und gar nicht selbstverständlich ist jedoch die Tatsache dass uns dazu der Inhaber Jürgen Stehr seine private Werkstatt zur Verfügung stellt. Und das obwohl dort noch einige schöne (!) Rallyeboliden stehen.

Darüber hinaus stehen noch für das Treffen unter anderem, eine Halle, Bürocontainer, Spielbagger und die Ideenschmiede, ein firmeneigenes Lokal, zur Nutzung bereit. Schön das es solche Leute gibt! Einen herzlichen Dank an dieser Stelle.

Beim Schrauben komme ich ins Gespräch mit den Einheimischen, die es nicht fassen können dass über 2000 Besucher mit ihren 800 Fahrzeugen einfach ruhig und friedlich auf dem Gelände stehen ohne viel Krach zu machen. Liebe Storndorfer, auch wenn wir euer Klischee nicht erfüllen können, aber das ist genau der Grund warum wir uns treffen.

Und es ist schon fast Pflicht einen Streifzug über die Wiesen zu machen und diese besondere Atmosphäre zu inhalieren. Damit ihr euch ein Bild machen könnt gibt es an der Stelle von einigen Fotos gleich ein kurzes Filmchen.

Abends verbreitet das Treffen wieder seinen unvergleichlichen Charme. Die Lagerfeuer werfen ihr Licht und Schattenspiel an die Fahrzeuge, man vernimmt leise Stimmen. Hier und da lacht jemand. Die Luft riecht nach Rauch und gegrilltem. Egal wo du gerade bist, du bist überall willkommen. Und beim Gang über die Wiese hört man trotzdem seine Schritte im Gras.

Der Sonntag ist Abreisetag- zumindest für die meisten. Beim BTT ist es völlig normal das einige schon Tage vorher anreisen und andere den einen oder anderen Tag dran hängen. Aber worauf blicken wir zurück?

Alex hat mit seiner akribischen Vorbereitung es geschafft ein wunderschönes Treffen einzurichten. Aber was brachte der Standortwechsel wirklich? Zum einen den Platzgewinn. Die Händlermeile konnte trotz der größeren Anzahl der Aussteller nur halb gefüllt werden. Ich denke wir dürfen gespannt sein wer sich da nächstes Jahr hinzu gesellt. Und endlich haben auch die Teilnehmer mehr Platz als sie brauchen. Zum anderen klappte die Organisation auf Anhieb reibungslos, die Infrastruktur war ausgezeichnet und wurde dem Treffen gerecht- Alex, RESPEKT!!!

Fasst man diese beiden Punkte zusammen kommt man zu dem Schluss, dass das Treffen eine neue Dimension erreicht hat.

Ich höre euch schon murmeln: Und das ohne Fahrgelände? Ganz ehrlich, habe ich nicht vermisst und da war ich auch nicht alleine. Im Gegenteil, so war kein Treiben, keine Unruhe und es entstand eine Stimmung die so geil war dass man sie erlebt haben muss!!!

Bleibt nur noch eine Frage zu klären: Wer hat vom Stanortwechsel am meisten profitiert? Die Frage lässt sich eindeutig beantworten: Das Treffen selbst!

 

Marcus 007a