Buschtaxitreffen 2011

Am 2. Wochenende im September grassiert der LandCruiservirus und es ist langsam unverständlich warum der Freitag davor nicht schon als nationaler Feiertag anerkannt wird. Am diesem Wochenende findet das BTT statt! Und 2011 ist da ein ganz besonderes Jahr an dem es einiges zu feiern gibt:

– 60Jahre Land Cruiser

– 10 Jahre Buschatxi- ohne dem es keine Szene in Deutschland und letztlich auch keine GANG geben würde!

– Ganz nebenbei gibt es noch 40 Jahre TOYOTA in Deutschland-

– Und wer richtig mitgezählt hat, der weiss, es ist das 10. BTT.

Blicken wir zurück! Das erste Treffen fand 2002 in Haltern statt, eine denkwürdige Veranstaltung, wo das Wetter mit ausgiebigem Regen, krampfhaft versuchte den Stein der gerade ins Rollen kam aufzuhalten! Ohne Erfolg, die Teilnehmer waren hartnäckig und blieben bis Sonntag. Dies sollte auch das einzige verregnete BTT werden!

2003 traf sich die Gemeinde im Sauerland beim Fort Fun. Im Forum brodelte es- ein Offroadtreffen am Freizeitpark? Es gab zwar kein Fahrgelände dafür war der Eintritt zum Freizeitpark mit in der Gebühr enthalten. Dies hat vielleicht auch mit dafür gesorgt, das die Besucherzahl rasant an stieg. Einige Wochen zuvor verkündete Alex der Netzmeister es wäre ein absoluter Traum, wenn 200 Fahrzeuge anreisen würden. Am Samstagabend waren es bereits über 240, ein wahnsinns Rekord!

2004 war auch schon wieder das letzte Jahr beim Fort Fun. Die immer zunehmende Teilnehmerzahl und auch ein Eigentümerwechsel im Freizeitpark zwangen Alex zum Standortwechsel. Also wurde eifrig ein anderes Gelände gesucht und im Beuern gefunden. Klar gab es im Forum auch wieder Diskussionen ob das Treffen ein Fahrgelände braucht und ob es das Flair nicht kaputtmachen würde. Wie sich zeigte hat es das ganz und gar nicht- ganz im Gegenteil wurde es in das Treffen integriert und ausgiebig genutzt, auch für Workshops und Fahrschulen. An der Organisation feilte das Team kontinuierlich, es gab bei jedem Treffen Verbesserungen.

Und das BTT hat bis heute kein Bisschen von seinem unglaublichen Flair verloren. Im Gegenteil, der Anteil an Fremdfabrikaten legt deutlich zu, ein Indiz, dass der Bekanntheitsgrad immer weiter zunimmt.

Typisch BTT: Freitagmorgen halb 10 und die Wiesen sind schon gut voll, wer einen schönen Platz haben möchte, sollte sich Beeilen, oder auf gute Bekannte vertrauen.

Zurück zur Gegenwart. Wir reisen am Mittwoch an und sind auch nicht die Ersten, denn die standen bereits seit Sonntag hier! Und trotz des schlechten Wetters am Donnerstag und den düsteren Prognosen für Freitag nimmt der Zustrom kein Ende. Entsprechend ungeschickt platzieren wir uns, denn weitere Gangmitglieder sollten ja noch folgen. Ein Tarp schützt uns vor Wind und Regen und die Büüs sorgte für behagliche Wärme. So thronen wir auf einer Weise oberhalb des Fahrgeländes, von wo aus wir einen vorzüglichen Ausblick auf das Treiben haben. Der Morast ist noch schlammig und klebrig und wenn man sich auf den Weg zur Händlermeile macht, ist man gewiss einige Zentimeter größer zu werden. Entsprechend sehen die Fahrzeuge aus die sich hier nur mühsam bewegen.

Egal wie und wo, Peter traut sich mit seinem FJ40 grundsätzlich ins Gelände!

Ich habe schon immer gesagt, dass die Meteorologie einen gewissen Hang zur Wahrsagerei hat und entsprechend oft falsch liegt- genau wie am Freitag, an dem es trotz schlechter Prognosen dann doch schönes Wetter gab. Und das musste es auch, immerhin ist dies der erste offizielle Tag des BTT  an dem es schon das volle Programm gibt. Auch die Händler haben sich gut aufgebaut, es werden immer mehr, so dass die Händlermeile so langsam aus den Fugen gerät.

Das Angebot der Händlermeile wird immer breiter und stößt auf große Zustimmung seitens der Besucher.

Trotzdem ist sie immer einen Besuch wert, denn hier gibt es immer das eine oder andere Schnäppchen zu ergattern. Und selten kann man bei so einer Heerschar von Händlern so gelassen einkaufen.

Und immer wieder schaffen es die Händler neue Produkte zu entwickeln, wie diese schöne Auspuffanlage für den HZJ7x

Einen schraubgefederter Land Cruiser mit J4 Kunstoffchassis gefällig? Interessanter Umbau, das Resultat ist aber nicht Fisch und nicht Fleisch und auch alles andere als ein J4!

Abgesehen davon und dem Rahmenprogramm ist heute eifriges Treiben im Fahrgelände zu vernehmen. Der zähe und klebrige Lehm trocknet in Rekordzeit und so entschärft sich die Strecke zusehends. Nein, es wird nicht langweilig, denn es gibt zur Freude des Publikums immer wieder jemand der es trotzdem schafft, sein Fahrzeug  zu versenken!

Wer sagt denn dass man hier seinen 4x4 nicht ordentlich versenken kann? Ganz nebenbei, der Suzuki kam alleine auch nicht mehr raus!

Der Samstag beginnt, wie jeder Samstag beim BTT mit Sonnenschein und tollem Wetter. Klar lassen wir es uns nicht nehmen dem wieder nach unten zum Rechten zu sehen, denn da werden gerade 2 Achsen zerlegt, als Vorbereitung für einen Workshop aus der Praxis: Vorder- und Hinterachse überholen, Radlager und Differential einstellen und danach die obligatorische Fragestunde.

Die Vorbereitungen zum Achsen Workshop...

 

...es kann los gehen!!!

Klar läuft parallel wieder die Geländefahrschule und ganz neben bei schummelt sich ein roter Skoda Yeti ins Gelände um mit den Cruiser ein wenig zu spielen und erstaunte Blicke zu sammeln. Doch ein Yeti ist im hochalpinen Schnee zu Hause und nicht auf mitteleuropäischen Fahrgeländen, dementsprechend war die Runde alles andere als artgerechte Haltung. Wo wir gerade beim Thema artgerecht sind, wieder finden sich auffallend viele älter Cruiser im Gelände, schön dass sie Ihrem Fahrer ein wenig Fahrspaß bereiten dürfen.

Der Umfaller ist mehr als ärgerlich! Aber das Offroaden hat seine Tücken und die machen auch beim J4 keine Ausnahme!

Und es waren nicht wenige J4 zu sehen, ihr Anteil nimmt weiter zu.

Der Weg ist das Ziel und die Wiesen eine Entdeckungsreise, hier ein blattgefederter HiLux!

Am späten Nachmittag steigt uns Rauch in die Nase, es ist sommerlich warm und die Grills werden so langsam auf Betriebstemperatur gebracht. Genau das ist ein Teil des unbeschreiblichen Flairs das wieder dieses Treffen wieder einmal verströmt.

Nein das ist kein Feuerkorb, sondern ein Kunstwerk an dem man sich auch noch wärmen kann!

Doch wir wollen nicht nur einfach grillen, bei uns steht Pizza auf dem Speiseplan. Die üblichen Zutaten kommen auf dem Boden, der dann zugeklappt zur Calzone wird.

Ja ihr seht richtig, da wird eine Pizza gegrillt! Das Blech verteilt die Wärme besser, es geht aber auch ohne.

Anschließen wird die Pizza und von beiden Seiten auf dem Grill gebacken- lecker!

Mit abnehmender Sonne nimmt die Gemütlichkeit noch weiter zu und bald lodern wieder die Lagerfeuer auf den Wiesen und ein schönes Treffen geht seinem Ende entgegen.

Was ist das Fazit?

Was die Szene betrifft, so ist die Restaurationswelle scheinbar zu einem Tsunami geworden, die auch ins benachbarte Ausland hinüber schwappt. Noch war die J7 Fraktion am stärksten vertreten. Allerdings holen die J4 deutlich auf!

Ein seltenes Schmuckstück, der HJ45!

Ein anderer Trend geht zu immer mehr Leistung. Beim 1HZ reicht der Turbo nicht mehr und so bietet man jetzt schon einen passenden Kompressor an. Und auch dieser Trend macht vor den J4 nicht halt! Klar ist es nachvollziehbar das ein BJ45 als Reisefahrzeug mit 90PS relativ früh an die seine Grenzen kommt. Warum dann aber ein normaler J4 mit 12H-T oder 13B-T umgebaut werden muss, ist mir ein Rätsel. Im Gegenteil, für diese Umbauten werden seltenere Land Cruiser geopfert. Vielleicht sollte man sich doch vor der Restauration überlegen was man will und gleich zum J6, J7 greifen, oder im Zweifel einfach den FJ den Vorzug geben.

Und es gibt ihn doch, den BJ71! In der guten Austattung, mit Verbreiterungen und Chrompaket, im gepflegten Zustand! Eine Augenweide und Frevel ihn zuschlachten!

Das Aussterben greift weiter um sich, vor allem bei den Prados (Light Duty). Stark betroffen ist der J9! Leute es werden zusehends weniger! Beim J12 dürfte es so langsam anfangen. Wer also einen günstigen Cruiser sucht, den er mit Ruhe und wenig Aufwand reifen lassen möchte, der sollte hier anfangen (nicht lachen, bedenkt der J9 war der erste Cruiser mit Einzelradaufhängung!). Wem jetzt der J7 (Bundera/ Prado) in den Kopf steigt, sollte sich tunlichst sputen. Beim KJ7 ist der Zug bereits abgefahren, es scheint nur noch wenige zu geben und die sind in festen Händen!

Kabinen, Heckverlängerungen und Klappdächer, der Trend geht zu mehr Komfort und mittlerweile ist fast alles möglich, wie dieser KJ77 zeigt.

Das es auch anders und mit vielmehr Charme geht, zeigt dieser J4 Enthusiast

Zurück zum Treffen selbst. Wer glaubte das es eine Feier oder ähnliches anlässlich der Jubiläen stattfinden sollte, wurde enttäuscht, es war ein normales BTT! Allerdings ließ es TOYOTA selbst sich nicht nehmen, kostenlose Sonderdrucke und das TOYOTA Magazin zu verteilen- letzteres widmete sich ausschließlich dem Cruiser. Hierfür ein herzliches Dankeschön nach Köln!

Und es gibt es auch wieder Neues zu verkünden. Natürlich wurde wieder einmal ein neuer Rekord aufgestellt, über 750 Fahrzeuge sind dem Ruf des Netzmeisters gefolgt. Was wird wohl sein, wenn das Wetter mal ab Mittwoch so richtig mitspielt und entsprechend mehr Besucher anzieht?

Typisch BTT: Schlittenhunde kenne ich eigentlich anders, aber bei dieser besonderen Atmosphäre bleibt so ein Bild nicht aus

Genau hier liegt das Problem, so langsam kommt Alex in Beuern an die Grenzen des Möglichen- das Gelände ist dann auch mit den 5 Wiesen so zu klein! Auch wenn es wieder viel Arbeit für ihm und sein Team bedeutet: dies war das letzte Treffen dort- das BTT zieht weiter. Wohin? Alex ist auf der Suche und wir dürfen gespannt sein, womit er uns überraschen wird.

Wer mehr wissen möchte sollte öfters das Buschtaxi besuchen, denn hier gibt es alle Infos aus erster Hand.

Ich bin gespannt und drücke unserem Netzmeister die Daumen, das er wieder ein schönes Plätzchen für die Gemeinde findet!

Marcus 007a