Bereits 2010 hat sich der TLC, mit Organisator Pyrka, schon mächtig ins Zeug gelegt und ein Treffen organisiert wie ich es noch nicht kannte.

Typisch Für das TLC- Camp sind die Wettbewerbe, hier Cruiser-Schieben. Wer in 15 Sek. am weitesten schiebt, gewinnt.
Im Rückblick war es das Highlight der Saison. Direkt beim Abschluss wurden diverse Verbesserungen angekündigt.
Doch wenn ein Verein die Messlatte von Anfang an so hoch legt, wird er schwer haben das Niveau zu halten, und es ist fast unmöglich noch ein Schüppchen nachzulegen- es sei denn Pyrka und der TLC haben ihre Hände im Spiel!
Doch der Reihe nach.
Der Anreisetag war schon Donnerstag, ab Freitagmorgen gab es bereits das volle Programm.
Leider musste ich Festestellen, das die deutsche Fraktion, die letztes Jahr immerhin mit 6 Fahrzeugen vertreten war, dieses Jahr peinlich schwächelte. Nur 3 deutsche LandCruiser fanden den Weg zum Treffen! Peinlich!!! Nur die Gang war wieder die berühmte Ausnahme, doch dazu später mehr.
Nach dem Frühstück stehen schon die ersten Wettbewerbe an, bei denen es auch immer etwas Kleines zu Gewinnen gibt. Wir schauen zu, immer mit dem Wissen das auch wir aufgefordert werden mitzumachen. Dabei sein und Spaß haben darum geht es hier!
Nach mehren Spielen ist Mittagszeit und danach das Fahrgelände gesperrt, ein Indiz dass hier wieder eine große Aktion stattfinden wird.
Man versammelt sich weitläufig um einen VW Polo der recht lieblos im Fahrgelände steht. Mit Sirenengeheul braust die örtliche Feuerwehr, verfolgt von 2 Fahrzeugen des Offroad Rescue Team, die jetzt eine Unfallbergung simulieren. Es kommt eine mobile und äußerst kraftvolle Hydraulikschere zum Einsatz während die Mediziner die Erstversorgung der Insassen übernehmen.

Die Retter in Aktion, ein sehr interessantes Event, doch hoffentlich bleibt es nur beim regelmäßigen Training
So dauert es nicht lang, dann wurden dem VW die Türen abgetrennt, die Haube aufgepresst und das Dach entfernt. Die 2 Verletzten sind jetzt schnell geborgen und mit den Offroadfahrzeugen abtransportiert. Alles in allem eine sehr beeindruckende Veranstaltung.

Der Abtransport nach der Erstversorgung findet natürlich mit dem zum Krankenwagen umgebauten HDJ80 statt.
Und wo schon einmal alle hier sind folgt gleich das nächste Event, nennen wir es Tütenfahren: Es gilt einen sehr einfachen und ungefährlichen Trialparkur fehlerfrei zu durchfahren. Einziges Handycap: Der Fahrer hat eine Tüte auf dem Kopf und muss vom Beifahrer dirigiert werden.
Unser Stammtischkollege fängt an und die Menge tuschelt wie unbeholfen der Cruiser durch das Gelände stolpert und erst nach rund 3 ½ Minuten das Ziel erreicht. Doch ganz so einfach wie wir alle denken ist es bei Weitem nicht, was ich auch am eigenen Leib erfahren musste. So zeigt sich, das am Ende die 3 ½ Minuten für das Mittelfeld reichen und ich mit 2:48 schon ziemlich weit vorne liege.
Ja ich weiß, das reicht natürlich nicht, um den Anspruch der Gang gerecht zu werden, darum gelobe ich Besserung!

Und wieder war ein neuer J15 für Testfahrten bereitgestellt worden, weitere Neufahrzeuge standen im Camp.
Gegen Abend grillen wir, denn eigentlich fängt jetzt der noch entspanntere Teil an. Beim Abendessen werden wir durch das Knattern eines Rasenmähers gestört. Was heckt Pyrka da wieder aus? Als dann noch ein tiefes Fauchen zu vernehmen ist, reist es mich vom Stuhl. Der vermeidliche Rasenmäher ist ein Gebläse das einen Heißluftballon aufpumpt, das Fauchen kommt vom Brenner.
Kurze Zeit später hebt der Ballon mit einigen Teilnehmern zu einer kleinen Fahrt ab. Preis? Selbstverständlich Kostenlos, Leute wir sind hier beim TLC!

Beim Gang durch das Camp gibt es wieder einiges zu entdecken. Hier ein schöner HZJ 73 mit originaler mechanischer Winde und Chrompakt vom 74-er
Am Abend spielt Lifemusik die keinesfalls aufdringlich ist und auch nicht bis tief in die Nacht spielt.
Am Morgen geht es um 10:00 Uhr weiter. Nachdem man letztes Jahr beim Katapultbau etwas zu kreativ wurde und sich gegenseitig unter Beschuss nahm, möchte man jetzt dieses Potential nutzen. 10 Teams müssen ihren Rennwagen bauen. Es gibt einen Rahmen, der zuerst zusammen geschraubt werden muss.
Darauf kommt dann ein Pappchassis, das individuell anzupassen und zu verzieren ist.
Und natürlich müssen die Boliden zeigen was sie können und werden von ihren Team in einem Rennen über eine kurze Distanz gezogen.
Und wieder gibt es Preise zu gewinnen, so dass noch ein zusätzlicher Ansporn da war.
Nachmittags tummelten sich wieder viele Fahrer im bekannten Fahrgelände, so dass auch dem Besucher nicht langweilig wurde. Die Schlammlöcher hatten durch die Trockenheit weniger Wasser, waren aber trotzdem fast unbezwingbar, wie so einige feststellen mussten.
Und dann war noch Bedar, der durch seine fahrerischen Einlagen aus seinem höher gelegten HDJ80 ein Trialgerät machte. Ein Augenschmaus!
Am Abend wurde erneut der Heißluftballon aufgeblasen.
Es war absolut Windstill, was das Team ausnutzte. Von 2 Personen an Leinen geführt, wird der Gigant nun zur Aussichts- und Erlebnisplattform. Immer wieder startet der Pilot, steigt auf ca. 20m und landet, um 3 oder 4 Kindern und Erwachsenen im Korb ein unvergessliches Erlebnis zu bescheren.
Danach kam es zur Ehrung diverser Teilnehmer. Neben den Siegern der Wettbewerbe gibt es auch jeweils einen Preis für das schönste Fahrzeug und die weiteste Anreise. Und bei letzteren haben unserer Mitglieder Jan 009 und Runar 010 aus Norwegen klar die Nase vorn!
Logisch das sich der TLC das etwas kosten lies, so gab es eine schöne Kiste und ein Klappfahrrad als Preis! Nach der Verleihung gibt es wieder Lifemusik. Auch wenn man sich nicht immer mitreißen lässt, so ist doch eine schöne Berieselung zum Dieselgespräch am Lagerfeuer.
Am Sonntag ist leider auch dieses Camp zu Ende, nach und nach werden die Wiesen leerer.

Freitagmorgen und sind die Wiesen voll. 2012 wird man wohl mehr Platz benötigen. Wer den TLC kennt, weiß das das kein Problem bereiten wird.
Schade, denn das TLC-Camp ist wirklich einzigartig. Es gab zahlreiche Aktionen und Wettbewerbe. Alles aufzuzählen wird den Rahmen hier bei weitem sprengen.
In der Zentralen Grillhütte (Grylownia) gab es ein tolle Bewirtung mit frischen Brötchen und täglichen wechselnden, schmackhaften und mehr als preiswerten Mahlzeiten. Nebenbei gibt es hier natürlich auch Diavortäge. Und Pyrka hat es mit dem TLC tatsächlich geschafft noch eins drauf zu setzten und an alles zu denken. Beispiel gefällig? Samstags kam gegen Mittag ein Trecker mit großem Fass und hat alle Wege an den Campingwiesen bewässert damit es nicht mehr staubt. Noch Fragen?
Und nicht nur Pyrka und TLC, sondern auch die Teilnehmer sind mit viel Herz dabei. Selbst wenn man kein Polnisch spricht, steht man nicht irgendwo herum, sondern wird von allen Seiten freundlich und herzlich in die Gemeinschaft aufgenommen. Auch Jan und Runar bekamen immer wieder Kotakt zu anderen Teilnehmern und hatten nicht einem Moment der Langeweile.
Zurück zum Anfang, ist dieses Camp nur ein LandCruiser Treffen?
Ganz ehrlich darüber nachgedacht, Nein! Dafür wird um den Land Cruiser einfach zu viel geboten um hier einfach nur von einem Treffen zu sprechen.

Aber auch die Kinder kamen nicht zu kurz. Das Camp ist ein Familientreffen, so gab es ausreichend Spielgefährten und eine schöne Hüpfburg
Hinzu kommt die überwältigende und herzliche Gastfreundschaft der Polen. Und das ist es weshalb ich hier eher von einem Land Cruiser Festival sprechen würde, das ganz klar den Höhepunkt der Saison markiert!
Auch die weite Anreise relativiert sich, denn Polen hat sich in den letzten 10 Jahren deutlich entwickelt und bei moderaten Preisen noch so einiges mehr zu bieten.
So bietet es sich vor oder nach dem Camp für einen günstigen (Kurz-)Urlaub gerade zu an.
Das nächste TLC-Camp findet vom 14. bis zum 17.06.2012 statt.
Und wer glaubt das kollidiere mit der Fussball EM, der sollte auf Pyrka vertrauen- wie ich ihn kenne hat er schon längst wieder eine Idee…
Marcus 007a