Wenn man eine schöne Wiese hat, über ein gutes Fahrgelände verfügt und zudem noch der eine oder andere Händler seinen Stand aufbaut, hat man schon fast alle Zutaten in der Hand, um ein gutes Treffen auf die Beine zu stellen.
Fast, denn das Wetter entscheidet oft über das Gelingen der Veranstaltung. Und das leistete sich zum diesjährigen Buschtaxitreffen doch so einige Kapriolen.
Offizieller Beginn des Treffens ist der Freitag, an dem auch das Programm beginnt. Trotzdem reisen wir bereits am Mittwochnachmittag an. Unterwegs haben die Meteorologen vorausgesagt, dass in den nächsten Tagen die Sonnenaktivität und Temperaturen recht bescheiden ausfallen werden, ganz im Gegensatz zum Niederschlag. Die Campingwiese, auf der wir stehen, ist schon völlig aufgeweicht und zum rangieren muss der Allrad bemüht werden. Natürlich sind wir nicht die Ersten und ständig rollen weitere Fahrzeuge an.
Am Donnerstag bauen wir das große Tarp auf, es wird uns in den nächsten Tagen ein trockenes Plätzchen sichern. Durch die Nässe und den ständigen Zustrom verschlammen die Zufahrten zu den Wiesen zusehends und bald geht hier ohne Allrad gar nichts mehr. Doch mittlerweile sind die meisten Händler ebenfalls angereist und man hat Zeit das eine oder andere Schnäppchen zu ergattern. Abends stellen sich weitere Mitglieder der Gang zu uns. Die Lagerfeuer und auch die Büüs bleiben aus, da wieder viel Luftfeuchtigkeit in Tropfenform vom Himmel fällt. Die Büüs fristete in ihrem ersten Leben ein trauriges Dasein als normale Gasflasche, bis Wolfgang sie entdeckt und zum Ofen modifiziert hat.
Wir versammeln uns zusammen mit dem Rhein-Ruhr Stammtisch unter dem Tarp, ein Holzkohlengrill sorgt für recht angenehme Temperaturen und die Geselligkeit lässt das Wetter drumherum schnell vergessen.
Am Freitag ist der erste Buschtaxi-Tag und die Sonne scheint! Bereits vormittags sind schon 250 Fahrzeuge auf den Wiesen verstreut. Wer jetzt kommt, wird in der Regel auf die großen oberen Wiesen geschickt.
Das Programm läuft auf Hochtouren: Diavorträge, Workshops, Fragestunden an Fachleute, Kinderbetreuung sind die wesentlichen Punkte die keine Langeweile aufkommen lassen. Wer jetzt keine Zeit oder keine Lust hat sich selbst zu bekochen, bekommt obendrein noch ein preiswertes Catering. Neben dem Catering gibt es den Buschtaxishop. Angeboten werden nachgedruckte Betriebs- und Reparaturanleitungen, Fanartikel, um die man nur schwer herum kommt und Anziehsachen, die die Mode in Paris in den Schatten stellt.
Im Fahrgelände geht es äußerst beschaulich zu, der Boden ist lehmig und rutschig. Trotzdem findet die Geländefahrschule statt. Es ist der erste von insgesamt 3 Durchgängen, darunter auch einer nur für das weibliche Geschlecht.
Nochmals für die Machos: Geländefahrschule für Frauen, da wird nicht das Einparken mit dem LandCruiser geübt, sondern die Fahrzeuge unter Anleitung artgerecht im Gelände bewegt! Und nachher weisen Schuhe und Fahrzeug deutliche Schlammspuren auf, so wie es sein soll!
Beim Flanieren über die oberen Campingwiesen stelle ich erfreut fest, dass der TLC aus Polen ebenfalls angereist ist. Die Begeisterung der polnischen Fraktion ist nach wie vor ungebrochen. Sie sitzen im Pavillon in Clubfarben und alle Mitglieder tragen extra für das Treffen bedruckte T-Shirts. Gleichzeitig gab der TLC den Termin für das TLC-Camp 2011 bekannt. Vom 10.06. bis zum 12.06 wird wieder bei Posen das Treffen stattfinden. Ich bin gespannt, was die Organisatoren wieder aushecken!
Doch nicht nur der TLC ist eine Attraktion für sich, sondern es gibt viele interessante Umbauten fast aller Baureihen, deren Besitzer gerne und ausführlich Auskunft geben.
Die Laune aller Teilnehmer ist blendend und die komplette Veranstaltung völlig entschleunigt. Beim Rundgang kommt man immer wieder in neue interessante Gespräche, teilweise mit Leuten, die man das erste Mal trifft, so dass man am Ende für 100 m eine halbe Stunde braucht.
Am späten Nachmittag ist gemütliches Beisammensein angesagt. Mit dazu gesellen sich dann auch kalter Wind und Regen. Wir sitzen windgeschützt und trocken unter dem Tarp. Bei dem einen oder anderem Pläuschchen nutzen wir die Zeit, um alles für den Wok vorzubereiten. Ist doch nur ein kleiner Schauer…
Doch es dauert, bis dieser durch ist und ich endlich die Feuerschale einheizen kann. Als wir nun genug Hitze haben und auch endlich anfangen, gießt es erneut und das Feuer kühlt schnell aus. Doch was man anfängt, macht man auch fertig, daran ändert auch das Wetter nichts! Folglich lege ich erstmal kräftig nach, danach woken wir unter dem Regenschirm weiter. Das leckere Essen entschädigt für alle Umstände.
Später verzieht sich der Regen und die glühende Büüs sorgt für angenehme Wärme bis spät in die kalte Nacht.
Nachdem Wind und Niederschlag der Stimmung auf dem Treffen absolut nichts anhaben konnten, kapituliert das Wetter endgültig und lässt nun ungehindert die Sonne scheinen. Das Fahrgelände trocknet zusehends ab und endlich sieht man auch hier ein verstärktes Treiben. Schön, dass hier später auch ältere und seriennahe Fahrzeuge anzutreffen sind.
Und genau die älteren Fahrzeuge zeigen deutlich den neuen Trend! Während in den letzten Jahren überwiegend Reisefahrzeuge optimiert wurden, tauchen jetzt eine noch nie da gewesene Zahl restaurierte BJ4 und auch FJ4 auf. Deren Zustand reicht von gut bis hin zu besser als original. Zudem dürfte noch das eine oder andere Restaurierungsprojekt im Verborgenen laufen. Mit betroffen von der Restaurierungswelle ist erfreulicherweise auch der J6.
So macht es noch mehr Spaß einen Rundgang einzulegen, denn bei den älteren Schmuckstücken gibt es immer wieder was zu entdecken. Was mich noch mehr freut, ist, dass die Fahrzeuge nicht nur ausgestellt werden, sondern deren Besitzer auch vorsichtig unbefestigtes Terrain unter die neuen Reifen nehmen. So verfehlen diese Cruiser nicht ihren Bestimmungszweck und können ihre Qualitäten abseits befestigter Straßen zeigen. Nur bitte nicht übertreiben, denn es wäre richtig schade, wenn etwas passiert!
Passend zu den alten LandCruisern hat sich auch zum ersten Mal ein Großteil der Blattfeder-Gang zusammengefunden.
So konnten sich auch die Mitglieder untereinander besser kennen lernen und ausgiebige Lagerfeurgespräche an der glühenden Büüs führen. Und natürlich war die Nacht war wieder lang.
Der Sonntag ist Abreisetag, zumindest für die meisten. Insgesamt haben sich wieder weit über 600 Fahrzeuge mit entsprechenden Besitzern eingefunden. Wenn die Sachen verstaut sind, heißt es Abschied nehmen, denn viele Bekannte werden wir erst in einem Jahr wieder sehen.
Was bleibt? Zum einen die Aussicht auf ein Buschtaxitreffen 2011. Also kann man das 2. Septemberwochenende getrost vormerken. Zum anderen wieder den Rückblick auf ein perfektes Treffen!
Darum richte ich im Namen der Blattfeder-Gang nochmals ein herzliches Dankeschön an Alex, den Netzmeister und sein unermüdliches Team! Ihr habt, wie schon die Jahre zuvor, ein Treffen der besonderen Art auf die Beine gestellt! Wir freuen uns auf das BTT2011!
Marcus 007a
PS:
2011 feiert das Buschtaxi 10-jähriges Bestehen. Obwohl es eigentlich nichts zu verbessern gibt, hat da vielleicht jemand noch eine Überraschung parat…