Internationales LandCruiser Treffen bei unseren polnischen Nachbarn

Der TLC präsentierte sich mit eigenen Schildern und Bannern. Es wird schnell klar das man hier mit viel Herzblut bei der Sache ist.

Anfang 2010 lud der polnische Toyota LandCruiser Owners Club (TLC) ausschließlich Toyota Geländefahrzeuge zum seinem ersten Treffen vom 27.05. bis zum 30.05. ein.

Der Buschtaxi Rhein- Ruhr- Stammtisch folgt trotz weiter Anfahrt der Einladung und nutzt die Gelegenheit den ersten ausländischen Stammtisch abzuhalten.

Um die Anfahrtswege aller Mitglieder des TLC relativ gleich zu halten, bot sich das Autodrom 4×4, das bei Posen (Poznan) im Herzen der Republik liegt, gerade zu an. Da die Transitroute südlich an Posen vorbei läuft, ist es auch für uns gut zu erreichen. Wir machten uns am Donnerstag direkt nach der Arbeit auf den Weg. Als wir eintreffen werden wir am Eingang freundlich empfangen. Weiter oben auf der Campingwiese sah das schon anders aus. Dort standen zwar die Fahrzeuge der anderen Stammtischler, allerdings war die Wiese menschenleer und es kam niemand zur Begrüßung. Ok, morgens um 3 Uhr sollte man auch die Erwartungen nicht zu hoch ansetzten und ganz offen geschrieben sind wir auch froh das wir jetzt schnell die Augen schließen können.

Hier ist es nicht schwer ein schönes Plätzchen zu ergattern.

Der Morgen präsentiert sich freundlich. Die Wiese ist bereits halb voll und jetzt werden wir gleich von mehreren Organisatoren, den Nachbarn und natürlich den anderen Stammtischlern herzlich begrüßt. Bei der Anmeldung gibt es dann zur Überraschung noch ein kleines Präsent für jeden Besucher.

Mit dem Ausblick auf einen schön restaurierten polnischen J4 fängt der Morgen wirklich gut an.

Der obligatorische erste Rundgang brachte schnell zwei Erkenntnisse:

Erstens, dass die Teilnehmer mit mindestens genauso viel Herzblut bei der Sache sind wie wir. Klasse!

Und zweitens wurde uns schnell klar, das das kleine Frühstück nicht so ganz passend war, denn es lief schon der erste Wettbewerb, das Tauziehen. Wir werden von den anderen Teilnehmern immer wieder aufgefordert mitzumachen. Trotz freundlicher Zurückhaltung und dem Vorbringen aller Wehleiden und Verletzungen könnten wir uns dem letztlich nicht entziehen. Wie schon geschrieben, wir hatten nicht so ausgiebig gefrühstückt und so haben wir die bessern Plätze dann doch den anderen Teams überlassen. Egal, wir hatten Spaß!

Am Nachmittag geht es zunächst zu Fuß ins Fahrgelände. Hier ist bereits eifriges Treiben angesagt.

Soo muss es sein! Wohin das Auge schweift neue und altere LandCruiser sowie HiLux gemeinsam im Gelände.

Das Gelände lässt für Anfänger und fortgeschrittene Offroader keine Wünsche offen. Von recht geraden festen Wegen, über Steil Auf- und Abfahrten, Buckel- und Verschränkungspassagen bis hin zu einem befestigtem und gleich mehreren gnadenlos tiefen Schlammlöchern ist wirklich alles vertreten. Abgesehen von diesen Passagen besteht der Untergrund aus lehmigem Sand, ohne Steine. Somit lässt er das Regenwasser recht schnell versickern und ist gegenüber dem heiligem Blech äußerst verzeihlich und nachgiebig. Was will man mehr!

Solche tolle Wege laden zum gepflegten Offroaden ein

Eine harmlosere von mehreren Steilpassagen.

LAND IN SICHT! Die Schlammpassagen haben es in sich.

Vorsorglich hat diese KJ- Fahrer den Bergegurt auf die Haube gelegt, doch so weit kommt er erst gar nicht.

Und hier bei unseren Nachbarn dürfen sich auch die neueren Modelle, (J9, J10, J12, J20, neue HiLux sowie der auf dem J12 basierenden FJ-Cruiser) mal richtig dreckig machen und ausgiebig im Gelände spielen. Wer sich noch nicht so recht traut, für den gibt es am nächsten Tag eine Geländefahrschule.

Ein weiteres Highlight die Baumstammbrücke

Ein zweckmäßig aufgerüsteter J12

Hierzulande ein Bild mit Seltenheitswert: Ein FJ-Cruiser im Geländeeinsatz

Am Abend wird in dem großen Holztipi das Feuer angezündet und eine Band spielt Livemusik.

Das 12m hohe Holztipi entstand in Eigenleistung. Es bildet den zentralen Punkt der Veranstaltung.

Wer keine Lust auf Kochen oder Grillen hat kann sich hier zu sehr moderaten Preisen bewirten lassen. Die schmackhaften Gerichte wechseln täglich. Heute gibt’s das polnische Nationalgericht Bigos, dazu Kartoffen (verziert mit Dill!) und Fleisch vom Grill- wer möchte dann noch den eigenen Grill anwerfen?

Im Tipi gibt es Getränke, Snacks, gutes Essen und man kann bei jedem Wetter entspannt am Feuer sitzen.

Das sind einige der Punkte bei denen man schnell merkt, dass die Veranstaltung vom TLC ausführlich bis ins Detail geplant wurde. Die Sanitären Anlagen sind stets sauber, warme Duschen gibt es in einem bereit gestellten Anhänger. Die Campingwiese ist liebevoll mit eigenen TLC- Wegweisern ausgeschildert und die freundlichen Helfer mit Funk ausgestattet.

Bei so viel Enthusiasmus kommen auch die tschechischen LandCruiser- Freunde (hier mit einem J8-Umbau) gerne vorbei.

Die Sprachbarriere ist mit Deutsch und Englisch relativ leicht zu überwinden, zur Not hat man ja noch Hände und Füße oder es findet sich jemand der Weiter hilft. Die berühmte polnische Gastfreundschaft tut ohnehin ihr übriges sich hier wohl zu fühlen. Logisch, es wird wieder spät als wir unsere Schlafsäcke wieder sehen.

Am nächsten Morgen folgt prompt die nächste Überraschung. Das Fahrgelände ist gesperrt, ein J4 mit Organisator und Megafon lädt alle Teilnehmer, zum nächsten Wettbewerb ins Fahrgelände ein.

Wir trauen unseren Augen nicht als wir sehen was da auf die Beine gestellt wurde.

Auf der Wiese sind 8 große Katapulte! In Einzelteilen!

So sieht es aus, …

…wenn die Teams alle Teile richtig zusammengebaut haben.

Jetzt heißt es für die freiwilligen Teilnehmer Teams zu bilden und auf Zeit die Katapulte zusammen zu bauen um damit anschließend Papptürme umzuschießen.

Die Katapulte stehen zum Angriff bereit!

Für Spaß und Unterhaltung ist gesorgt! Und dies erst recht als zum Schluss einige Teilnehmer die Katapulte drehen und die generischen Teams mit Wasserbomben unter Beschuss nehmen.

Feuer Frei zum großen Finale!

Doch das ist nicht alles was man hier gegen die eigentlich nie aufkommende Langeweile einfallen lässt. Ein Trial bei dem der Fahrer mit Papptüte über dem Kopf vom Beifahrer dirigiert wird und Reifenweitwurf sind weitere Spiele, bei denen der Spaß eindeutig im Vordergrund steht. Einziger Wehrmutstropfen: Die ausgearbeiteten Touren im Umland können auf Grund der Hochwassersituation nicht gefahren werden und so müssen die Roadbooks in ihren Kisten bleiben.

Lange Weile kommt beim Besten Willen nicht auf, denn es gibt ja noch das Fahrgelände.

Nicht nur die neueren LandCruiser werden artgerecht gehalten, natürlich kommt auch die blattgefederte Fraktion nicht zu kurz.

Somit bleibt dann aber auch mehr Zeit für uns das Gelände ausgiebig unter die eigenen Räder zu nehmen und mal wieder ganz entspannt offroad zu fahren.

Was hierzulande völlig undenkbar wäre: Für Interessierte steht auch ein ganz neuer LandCruiser der Baureihe J15 mit Instruktor, zur Probefahrt im Fahrgelände bereit! Hut ab!

In Deutschland absolut undenkbar: Ein neuer J15 steht für die Probefahrt im Gelände bereit.

Somit sind- abgesehen vom J5- alle Baureihen ab J4 vertreten. Dabei fällt auf, dass sich auch die älteren J6, und J7 in einem überdurchschnittlich guten Zustand befinden.

Trotz regelmäßigem Geländeeinsatz zeigen sich die Fahrzeuge (hier ein RJ73) in einem bemerkenswert gutem Zustand.

Am Samstagabend ist dann in der Hütte der Höhepunkt des Treffens. Genau 100 Fahrzeuge sind mit ihren Besitzern der Einladung des TLC gefolgt. Nach einer Ansprache werden diverse Preise verliehen und anschließend T-Shirts und Tassen des TLC sowie gesponserte Gegenstände zu Gunsten der Hochwasseropfer versteigert. Eine schöne Geste mit der der offizielle Teil endet.

Der TLC setzt auf Animation an Stelle eines Workshops oder großem Grillen und trifft mit dem Konzept voll ins Schwarze! Dieses tolle Treffen ist ein absolutes Highlight und sollte unbedingt im Kalender vorgemerkt werden! Auch das es hier nur eine markenabhängige Veranstaltung ist, sollte kein Nachteil sein.

Bleiben da Wünsche offen? Nein! Ja doch einer: Das beim nächsten Treffen ein deutscher Feiertag mit einbezogen wird, denn dann relativiert sich auch die lange Anfahrt ein wenig mehr.

Wie sagt ein Stammtischler zum Abschluss: Wer hier nicht hinkommt ist selber schuld!

Marcus 007a.