Mit dem Bobby-Car nach Norwegen

Von unserem jüngsten Blattfeder-Gang Mitglied Johannes Lindackers No.001.5

Der Verfasser mit seinem Wagen

Wenn ich mich kurz vorstellen darf: Ich bin Johannes Lindackers, No.001.5! Im August 2009 war es endlich soweit: Um neue Länder zu erkunden, habe ich an meinem Bobby-Car eine große Inspektion machen lassen. Für meine große Reise benötigte ich lediglich ein Trägerfahrzeug. Ich entschied mich für einen Toyota LandCruiser BJ45T – kurz Papas Auto. Die Fahrt über Nacht nach Hirsthals in Dänemark habe ich glatt verschlafen. Das Einschiffen war natürlich ein aufregendes Erlebnis.

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All die Autos die im Bauch des Schiffes verschwinden! Auf dem Schiff habe ich dann erstmal Gas gegeben.

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Alle Leute zu unterhalten war so anstrengend, dass ich eine Pause brauchte. In Kristiansand angekommen, machten wir uns sofort auf den Weg Richtung Arendal. Von dort aus ging es nach Hove auf einen Campingplatz, wo wir uns von den Strapazen der langen Fahrt erholen konnten und uns langsam auf die Gegebenheiten des Landes einstellten.

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10Das nächste Ziel war eine Silbermine in Kongsberg. Leider bin ich noch zu klein um die Mine zu besichtigen, deshalb haben Mama und Papa mit mir einen Ausflug ins Gelände gemacht . Ich gebe zu, bei den brenzligen Situationen habe ich mir von Papa etwas helfen lassen…

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Am dritten.Tag besichtigten wir die Stabkirche in Heddal , die mit ihren vier Stockwerken ein recht imposantes Bild darstellt.

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Weiter ging’s nach Oslo, um am Holmenkollen oberhalb der Skischanze auf einem Stellplatz zu übernachten. Von dort aus hat man eine unüberbietbare Aussicht auf Oslo – wenn es nicht gerade regnet, oder nennen wir es besser „Ozeanische Schauer“, die uns dort oben aufsuchten. Am frühen Morgen wollten wir nur noch schnell wegfahren, da die bergab fließenden Wassermassen mehr an eine Bootstour erinnerten. In Hamar fanden wir einen angenehmen Stellplatz im Yachthafen.

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19Neben dem Eisenbahnmuseum gibt es dort das Hedmarks-Museum in dem man die Ruine eines Doms unter einer Glaskuppel  besichtigen kann. Bei guter Live Musik aus dem Yachtclub fand der Abend einen gemütlichen Ausklang. Zumindest für Papa und für mich…

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Mama konnte die halbe Nacht wegen dem Krach nicht schlafen. Nach einem sonnigen Frühstück setzten wir unsere Route fort. Erst Richtung Lillehammer, dann über Dokka  nach Fargenes.

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24 25Mitten in der Stadt auf dem Parkplatz neben dem Fußballfeld, direkt am See gelegen, blieb der Land Cruiser samt Bobby-Car stehen und wir machten uns zu Fuß  auf den Weg zum Volksmuseum. Ein sehr weitläufiges Freilichtmuseum mit zahlreichen Bauten norwegischer Architektur.

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Also mehr eine Kultureinlage für Mama und Papa. Ich habe mir das gähnenderweise aus der Rucksackperspektive angesehen. Nett, wenn man seinen privaten Träger hat. Nach einer ruhigen, wieder mal sau-kalten Nacht, begannen wir den nächsten Tag wieder mit Regen –  und davon reichlich! Unser Weg führte uns über Gol nach Geilo. Dort hatte ich meine erste Begegnung mit einem Troll.

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Auf dem Weg nach Dyranut trafen 22 Jahre Technikunterschied aufeinander. Die Jungs vom FJ Cruiser waren von Papas BJ45T begeistert. Später besichtigten wir den Voringfoss. Einer der beeindruckensten Wässerfälle Norwegens. 182 m hoch, davon 145 m freier Fall sind schon was!

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Die Weiterfahrt nach Eidfjord war bei den 8% Gefälle, den sintflutartigen Regenfällen, den kurvenreichen Tunneln und dem aufsteigenden Nebel ein tolles Abenteuer. Bei so gutem Wetter war das aber gut zu bewältigen. Aber für schlechtes Wetter haben die Norweger auch besondere Fahrzeuge.

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In Eidfjord angekommen genossen wir am Naturcenter den Regen und freuten uns auf eine weitere kalte Nacht. Damit  mir nicht kalt wurde, hat Papa mich samt Daunenschlafsack in sein Thermohemd gewickelt und mir auch noch eine Mütze angezogen. Ich sah toll aus! Den Morgen verbrachten wir im Naturcenter. Besonders beeindruckend war eine Filmvorführung auf einer 225 Grad Panorama-Leinwand, wo ein Rundflug mit dem Helikopter über den Hardangervidda-Nationalpark gezeigt wurde. Die Weiterfahrt nach Odda wurde durch Sprengungen an der Uferstraße etwas erschwert.

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Wir wurden gezwungen, den Fjord zweimal mit der Fähre zu kreuzen, bis wir die Baustelle umschifft hatten. Apropos schiffen: Geschifft hat es reichlich und ein Aufenthalt außerhalb des Worldcruisers war nicht möglich. Am nächsten Tag machten wir uns auf Richtung Oelen.

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In der Nähe der Stadt hatte Opa mit seinen Angelfreunden eine Hütte direkt am Fjord gemietet. Dort gab es dann für Papa zwei Tage betreutes Angeln mit Makrele, Hering, Seehecht, Heilbutt, Schellfisch, usw. Ich hatte dann mit Mama sturmfreie Bude.

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In der Zeit bei Opa hat sich das Wetter entscheidend geändert. Der Regen wurde weniger und zeitweise war es sogar trocken. Das Fahrzeug und die Kleidung wieder trockengelegt, setzten wir unsere Reise Richtung Haugesund fort.

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Da unser Gas alle war, und das Skandinavische System nicht mit unserem kompatibel ist, musste eine Notlösung her. Wir kauften einen kleinen, tragbaren Gaskocher, für den wir an jeder Tanke Gaskartuschen kaufen konnten. So waren meine warme Milch und der Brei gesichert.

Jetzt fuhren wir weiter nach Stavanger und von dort aus nach Oanes, um uns in Jorpeland im Yachthafen nieder zulassen. Wie in Norwegen so üblich, mussten wir natürlich die eine oder andere Fähre benutzen.

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Dann ruhten wir uns für den nächsten Tag aus. Das Wetter war viel versprechend trocken und so wollten wir auf den Predigtstuhl. An der oberen Parkebene angekommen durfte Papa dann den Packesel spielen.

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Ich saß gemütlich im Rucksack und habe mich die 320 Höhenmeter rauftragen lassen. Das war so anstrengend, dass ich auf dem Rückweg glatt eingeschlafen bin. Als Mama und  Papa nach vier Stunden müde und abgekämpft am Auto ankamen, war ich ausgeschlafen und konnte richtig aufdrehen.

Am Übernachtungsplatz Lysefjordcenter musste ich noch ausgiebig Berg- und Tal-Fahrten mit dem Bobby-Car machen, damit ich müde genug für die Nacht wurde.

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Der Morgen begann zur Abwechslung mal mit Regen. Als später ein HJ60 am Straßenrand auftauchte, mußte Papa wohl erst mal ein Foto machen. Dann folgte eins aufs andere: Eine Haustüre öffnete sich und ein norwegischer Toyota Fan, der sich uns als Jan Terje Solli vorstellte, trat an den Worldcruiser und schon ging es los. Da wurde gefachsimpelt, begutachtet, Motorhauben geöffnet und fotografiert. Papa und Jan schienen großen Spaß zu haben und wollten gar nicht mehr aufhören. Mir war das eher etwas langweilig. Nachdem Jan und Papa auch noch ihre Adressen ausgetauscht hatten, setzten wir unsere Reise fort.

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So fuhren wir zielstrebig zur Küste. Über Egersund, Flekke-Fjord nach Borkaug, wo wir dann direkt am Leuchtturm übernachteten). Bei Einbruch der Nacht ist uns dann ein Licht aufgegangen – an, aus, an, aus,…

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Am nächsten Morgen hatte Papa die Schnauze voll. Regen, Regen, Regen. Die Standheizung war nicht mehr in der Lage unsere Klamotten zu trocknen. Wir wollten nur noch nach Hause. Wir hatten genug vom norwegischen Wetter. Also zurück nach Kristiansand. Im Hafen stellten wir dann leider fest, dass ein Umbuchen der Fähre nicht möglich war. Neue Tickets gab es natürlich zu fürstlichen Preisen. Also noch 1,5 Tage ausharren bis unsere Fähre nach Hause ging. Um weitere Zeit totzuschlagen, warten wir am Freilichtmuseum in einem Vorort von Kristiansand auf einen Abschnitt mit weniger Regen. Leider Fehlanzeige. Selbst aufs Bobby-Car wollte ich nicht mehr steigen. Aber dabei habe ich eine Marktlücke entdeckt: Ich könnte ja mal Hardtops für Bobby-Cars entwickeln. Die würden in Norregen bestimmt der Renner. Die trockene Zeit des nächsten Morgens nutzten wir sofort, um uns das Museum anzusehen.

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Anschließend machten wir eine Stadtbesichtigung von Kristiansand. Um die restliche Zeit des Tages (es regnete nicht!) sinnvoll zu verbringen, machten wir eine Wanderung durch die Wälder von Banaheia. Ein weitläufiges Gebiet, in dem wir die gewollten 2 km auf 6 km ausdehnten. Wir sind da wohl mal falsch abgebogen… und das tragbare GPS war natürlich im Worldcruiser. Ein paar englisch sprechende Schüler auf einem Orientierungslauf mit einer Karte waren unsere Rettung und so fanden wir unseren Toyota auch schnell wieder. Die letzte Nacht verbrachten wir im Hafen , um uns am nächsten Morgen in die Warteschlage für unsere Fähre einzureihen.

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Die Überfahrt nach Hirsthals verlief äußert ruhig und problemlos. An Deck stehend machte Papa noch ein paar Bilder und murmelte was von Norwegen, viel Regen und von Schwimmhäuten zwischen den Fingern. Ich fand das alles klasse.

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Ich hatte viel Spaß und freue mich schon auf die nächste Tour!


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